Bericht: Ein neuer Mini-Rohi macht sich auf den Weg

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Der Erfahrungsbericht einer jungen Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit. Auszüge aus einer Forumsdiskussion:

28. November 2014, 1. Teil

So, ihr Lieben, vielleicht ahnen es einige von euch ja schon, nachdem ich in letzter Zeit doch sehr aktiv beim Schreiben zu Themen rund um Schwangerschaft war: es macht sich ein neues kleines Rohkost-Kind auf den Weg. Ich bin jetzt in der 14. Schwangerschaftswoche. Mein Mann und ich sind seit Wochen im Freudentaumel, der natürlich noch freudiger wurde, seit die als kritisch geltenden ersten drei Monate rum sind und nach wie vor alles bestens ist.

Nun möchtet ihr sicher wissen, wie es mir bis jetzt so ergangen ist. Gleich vorweg: Sehr gut. Ich lese immer fleißig einen Online-Schwangerschaftskalender und finde es doch sehr interessant, was ich denn alles so für Beschwerden hätte haben sollen: Übelkeit bis Erbrechen in den ersten drei Monaten,Verstopfung, miese Laune, Zahnfleischbluten, Sodbrennen, bleierne Müdigkeit, Heißhungerattacken, und Wassereinlagerungen. Das einzige: Mir war etwa von der 6. bis 11. Woche mal mehr, mal weniger flau. Wenn, dann aber komischer Weise eher abends statt morgens (anders also, als es bei den meisten Frauen ist). Unter anderem dadurch wurde ich sehr wählerisch, was die Lebensmittelauswahl anging, was vielleicht auch als Vorteil zusehen ist.

Ernährung:
Gemüse, vor allem stärkehaltiges, ging gar nicht mehr. Zum Beispiel konnte ich keine Süßkartoffeln mehr essen. Früher habe ich jeden Abend eine gegessen. Eventuell wollte mein Körper so alte Überlastungen ausgleichen? Auch mochte ich nicht mehr so gerne wie sonst Chicorée, Wildgrün und Nüsse, z.B. Cashews. Auch das fand ich interessant, da ich auf Cashews immer sehr abgefahren bin. Plötzlich fand ich sie manchmal langweilig. Dass ich auf andere Dinge auf einmal großen Heißhunger hatte, kann ich nicht sagen. Ich hatte vielleicht mehr Lust auf Tomaten, Fisch, Obst. Es gingen eher „leichte“Sachen als „schwere“ (zum Beispiel Obst statt Gemüse, Fisch statt Nüsse). Insgesamt kann ich sagen, dass ich vor allem in der Zeit des Sich-flau-fühlens einfach sehr genau wusste, was ich wollte und was nicht. Mein Appetit war zielgerichteter. Sicherlich sinnvoll. Mittlerweile hat sich alles wieder einwenig „normalisiert“ und ich esse wieder ähnlich wie vorher. Trotzdem bin ich immer noch etwas wählerischer und Süßkartoffeln mag ich immer noch nicht.

Tabletten/Nahrungsergänzungsmittel habe ich bis jetzt keine genommen. Auch keine Folsäure, die ja Schwangeren von offizieller Seite dringend empfohlen wird. Am besten solle man ja schon bei Kinderwunsch anfangen, Folsäure zunehmen. Ich habe ehrlich gesagt schon ein bisschen überlegt, ob ich sie nehmen soll, nun bin ich aber heilfroh, dass ich es nicht getan habe. Ich habe jetzt das Ergebnis von einem Bluttest und mein Folsäure-Spiegel ist superspitzenmäßig. Zum Rest des Bluttest-Ergebnisses vielleicht ein andern Mal mehr, es waren leider nicht alle Werte optimal. Na ja, aber mal vorab: trotzdem alles noch halbwegs ok.

Was die Geburt angeht, möchte ich selbstverständlich alles so natürlich wie möglich haben. Eine Hausgeburt trau ich mich (noch) nicht, vielleicht beim zweiten Kind. Aber wir haben uns schon hier im Geburtshaus angemeldet, wo man sehr selbstbestimmt gebären kann und nur Hebammen (keine Ärzte) vor Ort sind. Trotzdem ist natürlich alles super sicher und wenn abzusehen ist, dass es ernste Komplikationen geben könnte, geht’s ruck zuck ins Krankenhaus. Außerdem interessiere ich mich sehr für die Themen Tragen (statt dieser affigen Kinderwagen) und Windelfrei/Stoffwindeln. Ach ja, und Plazenta-Essen.

28. November 2014, 2. Teil

Ich möchte nun noch etwas mehr zu meiner Schwangerschaft erzählen bzw. darüber, was davor los war... Ich hatte ja schon vor längerer Zeit hier im Forum erwähnt, dass mein Mann und ich ein Baby wollen und ich schon die Pille abgesetzt hatte. Die letzte habe ich Ende November 2013 eingenommen. Ob es nun fast ein Jahr gedauert hat, bis ich schwanger wurde? Nein, nicht ganz. Ich war zwischendurch schon mal schwanger, aber es war leider nur ein sogenanntes Abortivei oder „Windei“.

Nach dem damaligen positiven Schwangerschaftstest (das war im Mai 2014), über den sich mein Mann und ich natürlich riesig gefreut haben, war ich bei der Gynäkologin, die aber eben nur eine leere Fruchthöhle auf dem Ultraschall sehen konnte. Das gleiche zwei Wochen später. Es war sehr traurig für uns, da wir uns schon so gefreut hatten. Ich war auch bis zum endgültigen Befund noch guter Dinge, weil ich doch so fest davon überzeugt war, dass ich mit meiner Rohkost eine problemlose Schwangerschaft haben würde. Heute weiß ich natürlich, dass es nie die Schuld der Frau ist, dass diese Art von Frühgeburt geschieht, da es sich, um genetische oder chromosomale Anomalien handeln kann, die kein Mensch beeinflussen kann. Man könnte sogar sagen: durch die Nicht-Weiterentwicklung hat mein Körper uns vor einem wohl schwerst behinderten Kind beschützt. Es tröstet uns natürlich auch, dass wir wissen, dass da nie ein Kind/Embryo war, sondern, dass die Entwicklung eben in einem sehr frühen Stadium gestoppt wurde.

Aber ehrlich gesagt: obwohl ich all dies vom Kopf her wusste, war mein rohköstliches Selbstbewusstsein und das "Mir-und-dem-Kind-kann-gar-nichts-passieren-Gefühl" ganz schön angekratzt. Ich war recht ängstlich, dass dies oder etwas ähnliches mir wieder passieren könnte. Deswegen sind mein Mann und ich nun umso glücklicher, dass ich nun so eine tolle und offensichtlich problemlose Schwangerschaft habe.

28. Dezember 2014

So, wollte mal ein kleines Update geben zu meiner Schwangerschaft. Bin ab morgen in der 19. Woche. Das heißt: Halbzeit. Und ab der 20. sollte man Kindsbewegungen spüren. Ich kann es kaum erwarten. Am 12. Januar haben wir auch den nächsten Ultraschall, wo wir auch erfahren werden, ob es ein Junge oder Mädchen wird.

Nach wie vor geht es mir insgesamt sehr gut. Der Bauch wächst, ebenso wie unsere Vorfreude. Über Weihnachten war es natürlich sehr schön, bei unserer Verwandtschaft zu sein und hauptsächlich über unser aller neues Lieblingsthema zu sprechen. Von echten Beschwerden kann noch immer keine Rede sein. Ein paar kleinere Dinge sind mir aber schon aufgefallen:

  • Ich habe in der 17. Woche meine Mutterbänder gespürt, die etwas geziept haben. Das war aber nicht sehr schlimm. Dieses Ziehen soll verstärkt auftreten, wenn man viel steht und geht und das war bei mir in letzter Zeit auch vermehrt der Fall. Nun merke ich sie aber nur noch sehr selten. Dass die Mutterbänder ziepen können, gilt allgemein übrigens als ganz normal, da die Gebärmutter schwerer wird und somit der Zug auf die Bänder zunimmt.
  • Ich muss seit etwa drei Wochen immer ganz plötzlich ganz dringend auf Toilette, auch wenn ich dann oft gar nicht viel Wasser lassen muss. Zum Glück passiert das aber meist nur, wenn auch eine Toilette in der Nähe ist, zum Beispiel zu Hause. Langsam macht sich wohl der verstärkte Druck auf die Blase bemerkbar. Dass ich dies so deutlich spüre, führe ich aber auch ein wenig darauf zurück, dass der Bereich Blase/ Harnwege bei mir ja durch frühere häufige Blasenentzündungen eh eine Schwachstelle ist.
  • Außerdem habe ich wahnsinnig viel Durst. Das ist eigentlich gut, denn mein Körper signalisiert mir so sehr stark, dass ich auch wirklich mehr Flüssigkeit benötige (z.B. weil mein Blutvolumen steigt).
  • Dies stört und irritiert mich allerdings sehr: ich habe seit etwa einer Woche öfter leichte Kopfschmerzen. Kopfschmerzen kenne ich seit Umstellung auf Rohkost eigentlich nicht mehr. Nun sind sie wieder da, wenn auch nur schwach. Ich glaube, es liegt daran, dass ich immer noch nicht genug trinke. Das merke ich zum Beispiel daran, dass ich morgens mit sehr starkem Durst aufwache und generell das Gefühl habe, dass ich trotz vermehrten Trinkens (noch) nicht meinen Durst stillen kann. Ich muss mich halt erst dran gewöhnen, so viel trinken zu müssen. Ich hoffe, die Kopfschmerzen bekomme ich bald in den Griff.
  • Das ist wiederum ganz interessant: ich schlafe zwar immer noch auf dem Bauch liegend ein, wache aber nachts und morgens immer auf dem Rücken liegend auf. Das ist mir vor etwa einer Woche zum ersten Mal aufgefallen. Vielleicht ist es für das Kind tatsächlich angenehmer, wenn ich auf dem Rücken liege, auch wenn ich mich beim Einschlafen auf dem Bauch nach wie vor sehr wohl fühle.

Ernährung:

  • Fettiger Lachs ist nach wie vor der Hit. Generell esse ich sehr gerne Fisch, was mich freut, da ich so meinen Nusskonsum ganz von allein weiter langsam reduzieren kann.
  • Rote Paprika habe ich seit ein paar Wochen für mich entdeckt. Früher waren Paprika eher uninteressant für mich.
  • Süßkartoffeln sind immer noch out.
  • Ich esse pro Woche zwei bis drei Austern, da bei mir ja ein leichter Zinkmangel festgestellt wurde und ich immer noch merke, dass Austern oder anderer zinkhaltiger Fisch gut gegen meine immer mal wieder leicht eingerissenen Mundwinkel hilft. Gestern konnte ich zum ersten Mal mein Weihnachtsgeschenk ausprobieren: ein richtiges Austernmesser. Damit hat das Öffnen wirklich viel besser geklappt und das Essen hat dann noch mehr Spaß gemacht. Zur Rohkost generell:

Dass viele rohe Schwangere plötzlich wieder in den Kochtopf fallen, wundert mich nun fast etwas, denn es gab bisher keinen Moment, wo ich ein starkes Bedürfnis nach Gekochtem hatte. Im Gegenteil: ich esse nun noch konsequenter roh als vorher und lasse auch kleine Ausnahmen wie "das bisschen Käse im Salat beim Restaurantbesuch" weg. Einfach, weil ich meinem Baby nichts gekochtes "zumuten" möchte. Seit ich weiß, dass ich schwanger bin, kam es nur zu einer Ausnahme (dafür einer ordentlichen), die wir beide wiederum überraschend unbeschadet überstanden haben. Oh, und dann habe ich am ersten Weihnachtstag-Abend eine Menge Apfelchips gegessen, die sicher nicht roh waren. Aber das war's.

13. Januar 2015

Seit gestern wissen wir: es wird ein Junge! Der Organ-Ultraschall verlief ansonsten sehr gut und es wurden keine Auffälligkeiten (z.B. am Herzen oder Gehirn) festgestellt. Es war auch spannend, alles auf dem Bildschirm zu sehen, trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass er schneller vorbei geht, da es ja wie gesagt Stimmen gibt, die sagen, dass der Ultraschall dem Kind nicht gut tut. Ich fand die Prozedur gestern sehr lang. Nun hat der Kleine aber wieder Ruhe. Kurzes Update zum sonstigen Schwangerschaftsverlauf-Verlauf:

  • Die Mutterbänder ziepen nicht mehr. Meine Frauenärztin hat mir damals Magnesium-Tabletten dagegen verschrieben, die ich aber nicht genommen habe. Laut meinem letzten Bluttest ist mein Magnesium-Spiegel ja auch gut. Das Ziepen ist trotzdem weg, was meine Ärztin gestern natürlich auf die Magnesium-Tabletten geschoben hat.
  • Übrigens habe ich bisher jegliche Nahrungsergänzungsmittel abgelehnt. Ist sicher nicht ganz ok, die Rezepte einfach wegzuschmeißen und die Ärztin denken zu lassen, ich nähme die Nahrungsergänzungsmittel (ihr aktueller Stand: Magnesium, Eisen, Folsäure). Ihre Verschreibungen beruhten allerdings nie wirklich auf Blutwerten, sondern auf Interpretationen meiner Beschwerden. Beispiel Magnesium oben. Und das Eisen habe ich bekommen, obwohl der Blutwert nicht grade hoch, aber noch ok war ("Da brauchen Sie nicht unbedingt was einnehmen"), ich dann aber von den eingerissenen Mundwinkeln erzählt habe ("Ach, dann verschreibe ich Ihnen doch lieber Eisen"). Von Zink sprach sie nie, laut einem späteren Blutbild bei einer anderen Ärztin habe ich allerdings einen leichten Zink-Mangel. Ja, und Folsäure bekommt man ja schon aufgedrängt, wenn man nur den Wunsch äußert, schwanger zu werden. Dass ich laut Blutbild auch ohne Tabletten ganz Hamburg mit meiner Folsäure versorgen könnte, weiß sie nicht (habe ich selber erst erfahren, nachdem ich mich gegen die Nahrungsergänzungsmittel entscheiden hatte).

Wie ihr seht, mit meiner Frauenärztin bin ich nicht ganz im Reinen. Sie macht auf mich auch den emotionalen Eindruck eines kalten Fischs. Na ja, dazu noch ein paar andere Dinge, die mir negativ aufgefallen sind. Werde mir wohl beim zweiten Kind jemand anderes suchen.

  • Meine Kopfschmerzen sind so gut wie weg. Ich habe es jetzt auch "gelernt", genug Wasser zu trinken.
  • Allerdings habe ich schon seit einigen Wochen immer mal wieder Rückenschmerzen. Gilt wie so viele Beschwerden in der Schwangerschaft als "normal" und hier weiß ich auch für mich kein "Gegenmittel". Ich bin in meinem Job allerdings auch wortwörtlich ständig auf den Beinen (Einzelhandel) und habe vielleicht auch durch meinen Vater eine Veranlagung zu einem nicht sehr robusten Rücken (er hat seit Jahrzehnten mit Rückenschmerzen zu tun).
  • Die Kindsbewegungen spüre ich jetzt seit etwa zehn Tagen mehr oder weniger stark, was gleichzeitig sehr schön, spannend und merkwürdig ist. Mein Mann konnte es auch schon mal beim Hand-Auflegen spüren.

Ernährung:

  • Ich esse jetzt wieder regelmäßiger eingeweichten Nackthafer. Schmeckt mir gut. Im Gegensatz zu früher mische ich ihn aber nicht mehr, um Geschmacksveränderungen deutlich wahrnehmen zu können. Ich esse so ein bis zwei Mal pro Woche eine Menge von etwa einhundert Gramm (Gewicht vor dem Einweichen). Hafer ist ja auch eine ganz gute Zinkquelle. Durch lauter so kleine Maßnahmen kommen die eingerissenen Mundwinkel immer schwächer und seltener zum Vorschein.
  • Auch gekeimte Linsen esse ich jetzt regelmäßiger. Auch da merke ich einen deutlichen Geschmacksumschlag (bzw. es ist ein Kratzen im Hals), wenn ich eine gewisse Mange erreicht habe. Ich esse sie jetzt auch immer pur, um gut auf meine Sinne hören zu können. Ich weiß noch, dass sie beim letzten Mal himmlisch waren, gestern allerdings zum Beispiel schon nur noch mittelmäßig interessant, so dass dann die Hälfte übrig blieb. Immer wieder spannend solche Beobachtungen.
  • Ich esse wieder sehr gerne Süßkartoffeln und ich bin auch froh, wieder mal Kürbis gekostet zu haben. Den find ich jetzt einfach superlecker. Hokkaido ist immer wieder mal eines meiner liebsten Nahrungsmittel.

01. Juni 2015

Ihr Lieben, unser Sohn ist schon da und hat uns etwas früher als erwartet zu den glücklichsten Eltern der Welt gemacht. Gut zehn Tage vor dem errechneten Termin kam er Ende Mai mit 3300 Gramm und 49 Zentimeter zur Welt. Nun möchte ich euch von der Geburt und den letzten Schwangerschafts-Wochen berichten:

Im Grunde verlief der Rest der Schwangerschaft wie deren Anfang: ich habe mich immer wohl und fit gefühlt und hatte kaum Beschwerden. Die Rückenschmerzen z.B. sind nur noch selten mal wieder gekommen (mein Körper hatte sich dann wohl an die Bauch-Last gewöhnt). Ganz zum Ende hin hatte ich abends mal etwas schwere Beine. Regelmäßige Fuß- bzw. Wadenkrämpfe waren das schlimmste Übel der Schwangerschaft. Na ja, und das Treppensteigen in den vierten Stock wurde natürlich auch anstrengender, aber mit zehn Kilogramm mehr (Baby + mehr Blutvolumen + Fruchtwasser) ist das ja auch kein Wunder. Von jeglichem anderen Kram wurde ich verschont, was für mich als Rohköstlerin natürlich keine Überraschung war : Sodbrennen, Krampfadern, Schwangerschafts-Streifen (hab ich Null), starke Übelkeit, Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Hitzewellen, Hämorrhoiden, Verstopfung, Heißhunger-Attacken, Nasenbluten, Kreislaufprobleme, Schwangerschafts-Diabetes, vorzeitige Wehen oder Blutungen usw. Die Liste der sonst typischen Schwangerschafts-Beschwerden ist lang, für mich traf das alles aber nicht zu. War aber immer mal wieder interessant zu lesen.

Ich blieb in der Schwangerschaft übrigens auch weiterhin so roh wie eh und je. Es gab dabei immer mal wieder interessante Lebensmitel-Vorlieben: der Hit waren z.B. Salzgras, braune Champignons, Lachs, Makrele, Petersilie (habe ich sonst seit meiner Kindheit gehasst), Cashews oder Kokoswasser. Gemüse war immer öfter spannender als Obst. Im letzten Drittel der Schwangerschaft habe ich auch mit Yoga angefangen. Das tat mir unglaublich gut. Auch der Austausch mit den anderen werdenden Mamas.

So, nun zum kleinen Mini-Rohi und wie er zu uns gekommen ist. Gleich vorab: unser Sohn ist tippitoppi gesund und ein wunderschönes kleines Kerlchen mit vielen hübschen dunkelblonden Haaren und einem tollen Rohköstler-Teint. Uns scheint er sehr ausgeglichen zu sein. Schreien tut er nie ohne Grund, nur, wenn Mama ihn nicht schnell genug an die Milchbar bekommt oder er gewickelt oder umgezogen wird. Dann zeigt er seinen (laut)starken Willen. Wenn er nicht gerade stillt oder schläft, amüsiert er uns mit seiner herrlichen, unglaublich feinen und sehr lustigen Mimik und Gestik. Seine Ärmchen und Händchen sind dann immer in Bewegung und er kann die tollsten Schnuten ziehen! Ja, die Nächte sind nun manchmal hart (natürlich hat er auch nachts alle zwei bis drei Stunden Hunger), aber das weiß man ja eh vorher. Windelfrei machen wir übrigens noch nicht, gedanklich und ausstattungsmäßig sind wir aber darauf vorbereitet.

Geburtsverlauf:
Die Geburt war laaaang, aber - das war mir das wichtigste - selbstbestimmt und natürlich. Angekündigt hat sie sich schon etwa eine Woche vorher mit Bauchweh, das sich wie leichte Regelschmerzen anfühlte. Dann wurde das Ziehen an einem Morgen stärker und am Nachmittag löste sich dann das Gebärmuttersiegel („Schleimpfropf“). Während der Schwangerschaft hatte ich als Rohköstlerin ja immer auf eine schmerzarme Geburt gehofft. Ich habe schließlich in den vergangenen zwei Jahren die Erfahrung gemacht, dass viele körperliche Vorgänge mit Umstellung auf Rohkost unauffälliger bzw. angenehmer verlaufen. Außerdem hatte ich mich auch viel mit Atem- und Entspannungstechniken à la Hypnobirthing beschäftigt. Aber im Laufe der Nacht wurde mir dann langsam klar, dass das mit dem schmerzarm oder gar -frei nicht ganz klappen würde. Egal, das Ziehen war noch gut auszuhalten und das Atmen, Entspannen und auchTönen halfen mir prima über die „Schmerzspitzen“ hinweg.

Da sich wie gesagt in der Nacht das Ziehen zu echten Wehen in immer kürzeren Abständen entwickelte, fuhren mein Mann und ich am frühen Morgen in die Geburtsklinik (Wir mussten uns recht kurzfristig leider doch gegen das Geburtshaus entscheiden. Lange Geschichte, aber da wir in der Klinik eine fantastische Beleghebamme gefunden haben, hatte ich schließlich auch für diesen Geburtsort ein sehr gutes Gefühl). Unser Sohn ließ sich dann noch mal richtig viel Zeit und kam dann erst in der folgenden Nacht um 3.20 Uhr zur Welt. Das schöne war: uns wurde in der Klinik diese Zeit gelassen. Natürlich war es für mich nicht leicht, sooo lange die immer stärkeren Wehen durchzustehen, aber mit Atmen, Entspannen (Badewanne) und lautem Tönen habe ich es irgendwie gepackt. (Zum Tönen: Im Yoga bin ich auf den Geschmack eines langen „Jaaa“ gekommen. Tönen ist echt ne tolle Sache, grad ich als Chor-Sängerin konnte gut damit arbeiten. Irgendwie lenkt es ab und die Vibrationen tun irgendwie sehr gut.)

Ich muss aber trotzdem zugeben, dass ich ein bisschen enttäuscht war, dass die Wehen doch zum Ende hin recht heftig waren, aber mittlerweile denke ich: Hey, gerade weil ich das alles rund 24 Stunden mit Fassung und in relativer Fitness ertragen konnte, zeigt das die Stärke und Gesundheit meines Geistes und Körpers. Und mein Mann meinte im Nachhinein, er fand es sehr bewundernswert, dass ich die ganze Zeit über doch einigermaßen entspannt gewirkt hätte. Gut... wenn er meint!

Die für mich wichtigsten Geburts-Wünsche haben sich ja auch schließlich erfüllt: keine Periduralanästhesie (PDA), keinerlei Dammverletzungen, schon gar kein Kaiserschnitt, kein Wehentropf/ künstliche Einleitung. Und selbstverständlich konnten ich und mein Mann gleich mit unserem Sohn kuscheln, als er dann da war. Trotz des langen Geburtsverlaufs war er, als er endlich in meinen Armen lag, unheimlich fit, entspannt und recht ruhig (kein Schreien, nur ein bisschen Quaken). Auch ich fühlte mich sofort gut. Und, Leute, jetzt kommt's: das mit dem Plazenta-Futtern hat auch geklappt! Als es so weit war und die Plazenta raus war, haben mein Mann und die Hebamme ein paar Stückchen für mich abgeschnitten. Ich fand es dann auch gar nicht eklig oder so. Logo, ich kannte es ja, rohes Fleisch zu essen. Es hat wirklich super gut geschmeckt, Bedarf war ganz klar vorhanden! Ich fand, es schmeckte wie gekochtes Eigelb. Also wirklich super lecker! Ich habe etwa halbe Tasse voll verdrückt, dann hat's mir gereicht.

Nun sind mittlerweile etwa zwei Wochen um. Ich selber fühle mich schon wieder so fit wie vor der Geburt und sehe auch wieder mindestens so gut aus. Oder nein, eigentlich besser. Mir ist nämlich aufgefallen, dass ich eine tolle Haut bekommen habe: sie ist noch viel feiner und weicher geworden. Und ich hab seitdem Augenweiß, leuchtend wie zwei Scheinwerfer.

Stillen:
Das Stillen klappt auch sehr gut, auch wenn es natürlich mal weniger gute Tage zwischendrin gibt. Es scheint z.B. als ob sich der Geschmack meiner Muttermilch je nachgegessenen Lebensmittel verändern würde. Zwischendurch mochte mein Sohnemann nämlich mal nicht so gern trinken und wandte sich immer schon nach ein paar Schlucken ab. Sieht aus, als würde er schon ganz gut auf seinen Instinkt hören.

26. Februar 2016

Nun finde ich Zeit, mal etwas Neues zu berichten:

Wie geht es uns: Sehr gut! Der Kleine ist nun neun Monate alt und entwickelt sich wirklich prächtig. Auch mir geht es prima und zum Beispiel von dem langen Stillen bemerke ich bisher kein Gefühl des „körperlich Ausgelaugtseins“oder ähnliches. Wir sind mittlerweile ein ganz gut eingespieltes Team und ich finde langsam in meine neue Mutterrolle. Das war nicht immer einfach, denn der Kleine hat nie Flasche oder Schnuller genommen und so braucht er mich fast ständig für Nahrung, Beruhigung und Einschlafen. Na ja, ich habe mich dran gewöhnt. Ich empfinde die Zeit mit ihm als immer schöner und entspannter. Aber es gibt auch nervige Situationen. Das gehört eben dazu.

Ernährung:
Bei mir: alles wie bisher. Also 100% roh, nicht instinktiv, aber der Großteil ungemischt und ungewürzt. Manchmal mache ich mir besondere Rohkost-Gerichte und täglich einen Salat. An tierischem gibt es zwei bis vier Mal in der Woche Fisch (zur Zeit Lachs, Heilbutt) und alle paar Wochen Rohmilchkäse. Bei dem Mini-Rohi: er wird immer noch fast voll gestillt. Bis etwa zum 6. Monat kannte er nur Muttermilch. Dann habe ich ihn mal von meinem Essen probieren lassen. Das erste, was er interessant fand, waren Jackfrucht, Feigen, Bananen. Mittlerweile essen wir täglich mittags gemeinsam am Tisch. Ich mein Grünzeug und Früchte, er eine Auswahl an allem möglichen, was ich so da habe. Seine Favoriten der letzten Wochen: Orangen, Birnen, Apfel, Cherimoyas, Jackfrucht, Litschis, Sellerie, Süßkartoffel und Fenchel. Sehr wichtig sind/waren für ihn Bananen, Mandarinen, Tomaten. Megaklasse findet er auch Kokosnüsse (Pagode, Kopyor, Butterkokosnuss). Überrascht hat mich auch, dass er hin und weg von Pilifrüchten war. Und auch, dass er Mangos gar nicht mag. Grünzeug interessiert ihn nur zum Zerrupfen, aber das kann er ja auch wirklich gar nicht kauen oder aussaugen.

Abends versuche ich, wie auch bei mir, den Fokus eher auf Gemüse und fettigeres wie Kokosnüsse und Avocados zu legen, aber es mogelt sich auch immer noch Obst dazwischen. Tierisches bekommt er noch gar nicht. Mir ist außerdem aufgefallen, dass er fast nichts auf Anhieb mochte, beim zweiten Mal dann aber schon. Sein Körper muss das neue Nahrungsmittel wohl erst einmal „abchecken“. Insgesamt mag er mittlerweile sehr viel, fast alles, was ich auch mag. Aber er kennt ja auch schon einige Geschmäcker aus der Schwangerschaft und über die Muttermilch (die ja auch immer etwas anders schmecken soll, je nachdem, was die Mutter gegessen hat).

Geschnitten, getrocknet, gemixt: Vieles gebe ich dem Kleinen einfach geschnitten bzw. zerteilt (Birne, Mandarinen, Tomaten, Avocado), manches wird mit der Gabel zerdrückt und mit dem Löffel gefüttert (Avocado, Bananen). Und ich habe auch schon etwas gemixt, zum Beispiel Walnuss-Banane, Kokos-Süßkartoffel oder Banane-Himbeere. Ich selber esse ja auch nicht immer mono und was soll ich dem Kleinen etwas „beibringen“, was ich auch für mich selber nicht umsetze? Gemixte Breie sind aber eher selten. Auch Trockenfrüchte bekommt er. Er liebt getrocknete Bananen und Papayas und kann ewig dran lutschen. Ich bemühe mich aber, Trockenfrüchte nicht zu oft zu geben (ca. 1 Stück/Tag).

Er kommt gut mit dem Essen klar, also obwohl er bisher nur unten zwei Zähnchen hat. Oben kommen sie grad durch. Was er nicht schlucken kann, spuckt er wieder aus. Er hat auch schon mal gewürgt, da wird man schon etwas nervös, aber es gehört nun mal dazu. Viele gekochte Eltern ernähren heutzutage ihre Babys nach „Baby Led Weaning“, wo auch kein Brei gegeben wird und der Würgereflex (der bei Babys praktischerweise weit vorne im Mund ausgelöst wird) ist auch dort immer wieder Thema.

Gesundheit:
Schon in der Schwangerschaft habe ich Kochkost-Ausnahmen reduziert und nach wie vor sind sie selten. Die Auswirkungen sind klar: ich und der Kleine sind sehr empfindlich geworden, wenn ich mal etwas gekochtes (suuuperselten) oder sogar nur etwas nicht ganz „rohköstliches“ (rohe (?) Erdnüsse aus dem Asialaden, Nicht-Bio-Rohmilchkäse) esse. Manchmal weiß ich nicht genau, woran es lag, aber man stellt ja so Vermutungen auf. Jedenfalls habe ich nun eher öfter Erkältungssymptome wie Halsweh und einen darauf folgenden (aber sehr kurzen) Schnupfen. Das nervt etwas. Mein Sohn bekommt scheinbar manchmal (über die Muttermilch) was davon ab. Als ich meinen Schnupfen hatte, hat er ein paar Tage lang zwei-, dreimal am Tag gehustet. Und er hatte vor einigen Monaten sogar eine richtige Erkältung. Er hat sich den RS Virus (Respiratory Syncytial Virus) eingefangen. Der Arzt hat ein bisschen Panik gemacht, denn der kann gefährlich sein. Die Kinder haben schweren Husten, Schnupfen, Fieber. Manche kommen sogar wegen Atemnot tagelang ins Krankenhaus. Gut, unserer hatte einen Husten und Schnupfen, beides aber nicht sehr stark (er konnte immer einigermaßen beim Stillen durch die Nase atmen). Und nie Atemnot und nie Fieber (Fieber gehört aber eigentlich immer beim RS-Virus dazu). Als wir nach einer Woche beim Arzt zur Kontrolle waren (Behandlung: Kochsalz inhalieren, Belladonna-Globuli) meinte er noch, das Inhaliergerät müssten wir auf jeden Fall noch behalten, um die Symptome zu lindern, denn der Husten bleibt noch eine ganze Weile. Der war aber am nächsten Tag weg. Also: der Kleine hat eine stabile Gesundheit. Denn bis auf diese eineinhalb Male war er immer gesund. Noch eine Info zum Abschluss des Themas: er ist noch nicht geimpft.

Kindesentwicklung:
Was allen an ihm auffällt, seit seiner Geburt, und mir jeder in Bus, Bahn, bei Besuchen sagt: „Der ist ja wach!“ Oder: „Der schaut ja so neugierig!“. Da hab ich öfter drüber nachgedacht. Man sagt doch, Kochkost benebelt den Geist. Die Rohkost scheint den Kleinen sehr viel wacher und geistig klarer zu machen, als die Kochkost-Babys, die eher benebelt durch die Welt zu gehen scheinen. Auch uns Eltern fällt es oft auf, dass andere Babys im Vergleich zu dem Mini-Rohi fast apathisch wirken.

Der Mini-Rohi ist insgesamt also ein sehr aufgewecktes Kind. Er ist auch körperlich super aktiv und immer in Bewegung. Entsprechend ist er eher zierlich, hat aber viel Muskelkraft und Power (typische Aussage: „Der ist aber kräftig!“). Er hat das Krabbeln super früh angefangen, mit sechs Monaten („normal“ ist es mit acht bis zehn Monaten). Zwei Wochen später, mit sechseinhalb Monaten, hat er sich schon an allem hochgezogen und übt seitdem das freie Stehen (klappt schon für ein paar Sekunden). Wir warten jeden Tag darauf, dass er bald losläuft.

Der Kleine ist ein sehr fröhliches, lebendiges, lebhaftes Baby. Er hat schon einen richtigen Humor entwickelt. Kuckuck-Spielen liebt er und mittlerweile versteckt er sich schon selber (unter einem Tuch, hinter der Sofalehne) und taucht wieder auf. Er spielt gerne mit scheinbar unscheinbaren Gegenständen wie Kappen von Stiften, Bändern oder möglichst winzigen und fitzligen Papierfetzen. Außerdem entdeckt er gerne das innere des Geschirrspülers, der Toilette und des Kühlschranks. Er ist auch richtig verkuschelt. Das genieße ich sehr, denn eine ganze Zeit war er wie ein Hamster, die immer rum gehuscht ist, aber mittlerweile macht er auch mal Kuschelpausen. Sogar ohne Stillen.

Mal vorweg: mit dem Zahnen hatten wir bisher keine Probleme. Mir ist jedenfalls nichts aufgefallen, das anders gewesen wäre. Dass er zum Beispiel weinerlicher gewesen wäre, erkältet war oder Fieber bekam (was bei vielen Babys wohl so ist). Er drückt mit seinen Händen allerdings schon im Mund herum, wenn er zu zahnen scheint. Er „merkt“ es also, Schmerzen scheint er aber nicht zu haben (was hätte das auch für einen Sinn?).

Das Schlafen ist allerdings, wie scheinbar bei fast allen Mamas, ein großes Thema. Das Einschlafen geht mittlerweile einigermaßen problemlos. Als er kleiner war, war er aber oft ziemlich weinerlich. Ich wusste mir zunächst gar nicht zu helfen, bis ich endlich verstanden habe, dass er einfach sehr überreizt war (zum Abend hin wurde das Einschlafen immer schwieriger). Man muss sich erst mal in die Lage eines Babys versetzen können, um das zu verstehen und das konnte ich am Anfang nicht so. Ich glaube, ihm ging tagsüber und abends einfach alles Erlebte sehr im Kopf rum. Ich kenne das ja selber auch von Tagen, an denen viele Eindrücke auf mich eingeprasselt sind. Dass er ein so waches und neugieriges Kind ist, macht es sicher nicht einfacher für ihn. Die „benebelten“ Kochkost-Babys, die nicht alles so intensiv mitkriegen, haben es da vielleicht sogar leichter. Na ja, nur eine Theorie. Ein naturnah ernährtes Kind, das nicht in einer naturnahen Umgebung aufwächst, das scheint manchmal schwer zu sein. Wie eine Freundin von mir mal sagte: „Die Babys sind nicht für unsere heutige Welt gemacht.“ Neben all den optischen und akustischen Reizen, die es in der„Naturvölker-Welt“ so nicht gibt (ich muss ja nur mal einkaufen gehen... sooo viele Eindrücke hier in der Großstadt) frage ich mich auch oft, wie all die „unsichtbaren“ Dinge wohl auf die Kleinen wirken wie WLAN usw. Wer weiß das schon?

Er hat außerdem einen oft unterbrochenen Schlaf. Nachts wacht er alle ein bis drei Stunden auf. Er stillt dann aber direkt und wir schlafen beide gleich weiter (zum Glück). Bei einem Schläfchen tagsüber wacht er ca. alle halbe Stunde auf. Wenn ich nicht da bin und mich davongestohlen habe, gibt’s ein bisschen Ärger. Wenn ich noch neben ihm liege, stillt er und schläft auch dann flott weiter. Generell braucht er das Stillen eigentlich immer zum Einschlafen. Mittlerweile passiert es aber immer öfter, dass er sein Köpfchen weg dreht, bevor er richtig einschläft. Wenn er zwischendurch aufwacht, ist er oft quengelig oder weinerlich. Da frag ich mich manchmal, ob er schlecht geträumt hat. Das fände ich komisch, denn meine schlechten Träume sind durch Rohkost eigentlich weggegangen. Manche sagen, dass die Babys einfach verwirrt sind, weil sie im Traum noch woanders waren, als beim Aufwachen in der Realität. Vielleicht verlangt er so aber einfach nach mir, um wieder einschlafen zu können.

Das andere war, dass er bis vor kurzem zu leicht war (wenn man nach den Tabellen geht). Bei der U5 hat der Kinderarzt festgestellt, dass er aus seiner normalen Gewichtskurve nach unten gerutscht ist und zu wenig zugenommen hat. Er empfahl, nun schnell mit der Beikost anzufangen (da war der Kleine sechs Monate alt). Natürlich die übliche Breikost mit gekochtem Gemüse, Getreide usw. Ich wollte das natürlich so nicht und habe versucht, ihn auf anderem Wege zu „mästen“ (so muss man es wohl sagen, denn es ist doch irgendwie lächerlich, auf Krampf das Kind zum Zunehmen bringen zu wollen). Daher kamen auch einige Brei-Versuche mit Rohkost. Die mochte er mal und mal nicht. Ich habe mir viele Gedanken um das Thema gemacht, da fehlte mir dann doch irgendwie (leider) die Zuversicht in „meinen Weg“. Mein Mann hat sich ja auch Sorgen gemacht und das soll er ja nicht. Jedenfalls: mittlerweile hat der Kleine gut zugenommen und ich denke, das Gewicht ist kein Thema mehr. Wie das nun geklappt hat, weiß ich nicht genau. Ich denke, es liegt am Ende doch an den Kokosnüssen, die er sich selber (!) instinktiv immer wieder ausgesucht und in großen Mengen verschlungen hat. Er ist ja so aktiv und kann die Kalorien sicher gut gebrauchen. Beim Stillen habe ich aber auch was probiert. Eine Weile habe ich oft auf dem Rücken gelegen, er trinkend auf meinem Bauch. Da kam wohl auch weniger raus (die Milch muss ja nach oben fließen, deswegen wird dieses Stillen auch Frauen empfohlen, bei denen sehr viel Milch rausschießt). Das habe ich nun wieder weniger gemacht und zum Beispiel mehr auf der Seite liegend gestillt. Trotz seines geringen Gewichts, das er über einige Monate hatte, kann ich andererseits nicht sagen, dass er ständig hungrig oder unzufrieden wirkte und auch andere, die ich um Rat fragte, bestätigten mir diesen Eindruck. Nun ja, nun ist das Thema wohl erst mal abgehakt und ich bin entspannter (das hat mich schone eine Weile belastet).

Neben der natürlichen Ernährung gehören nach wie vor auch noch all die anderen Dinge zu unserem neuen Familienleben, an die die Babys seit Jahrtausenden gewöhnt sind. Familienbett, stillen nach Bedarf, viel tragen (der Kleine kennt immer noch keinen Kinderwagen oder Buggy). Windeln (oft Stoffwindeln) trägt er aber mittlerweile fast rund um die Uhr. Er möchte nur noch selten abgehalten werden. Ich denke, das liegt daran, dass er bei dem, was er grade so macht, nicht unterbrochen werden will. Alles ist so spannend. Überhaupt entdeckt er grade seinen eigenen Willen und lässt sich z.B. Spielzeug nicht mehr so einfach wegnehmen. Immerhin sein großes Geschäft morgens gegen fünf macht er gerne auf der Toilette.