Bericht: Heilung von Polyarthritis

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Autor: Oliver am 19.6.2002

Mein Name ist Oliver Haase, ich bin 1964 geboren und lebe in Berlin. Mit Anfang 20 bekam ich mehr oder weniger „über Nacht“ akute Gelenkbeschwerden in den Sprunggelenken. Da ich mich zu dieser Zeit im Wintersport befand, ging ich dort zum Arzt. Dieser diagnostizierte nach Auswertung der Röntgenaufnahmen (und weil es im Wintersport beim Ski fahren eben dazugehört) daß mein rechter Fuß angebrochen und der linke verstaucht sei. Erst als zwei Wochen später auch die Knie- und die Zehengelenke anschwollen, wurde ich auf Rheuma untersucht. Als sich der Rheumaverdacht bestätigte, kam ich für 4 Wochen ins Krankenhaus. Ich konnte zu dieser Zeit kaum mehr laufen. Dort wurde ich mit Prednisolon und Rheuma-Medikamenten behandelt, so daß die akuten Entzündungen nach und nach zurückgingen.

In den folgenden Monaten ließen die Schmerzen immer weiter nach und ich konnte nach einem Jahr sogar auf die Einnahme von Medikamenten verzichten, leider nur für ein paar Monate, da dann ein erneuter Rheumaschub kam. Die Ärzte hatten ursprünglich gehofft, daß es sich, da ich doch noch zu jung für Rheuma sei, um eine akute Erkrankung handelte, mußten im Verlauf der Krankheit jedoch erkennen, daß die Krankheit vom akuten ins chronische Stadium übergegangen war. Es wurde also ein paar Jahre später abschließend eine rheumatoide chronische Polyarthritis diagnostiziert. Die Abstände, in denen ich überhaupt keine oder weniger Medikamente einnahm, wurden immer kürzer. In den letzten 7 Jahren gab es nur noch kurze Zeiten, in denen ich weniger Medikamente einnehmen mußte. Ohne Medikamente ging es überhaupt nicht mehr. Als ich 1997 über zunehmende Rückenbeschwerden klagte, wurde bei mir zudem noch Morbus Bechterew festgestellt.

Von den 15 Jahren, in denen ich Rheuma hatte, habe ich ca. 10 Jahre Medikamente eingenommen, Rheumaschübe wurden dabei immer mit Kortison behandelt. Die Nebenwirkungen der Medikamente machten sich in den letzten 3 – 4 Jahren in zunehmendem Maße bemerkbar. Meine gesamte körperliche Verfassung ließ stark nach. Es gab keine Grippe- oder Erkältungswelle, die ich ausließ und dies, wo ich Erkrankungen dieser Art früher überhaupt nicht kannte. Da der Verlauf dieser Erkältungen bei mir meistens sehr schwer war und dementsprechend lange dauerte, wurde auch nicht lange damit gezögert, Antibiotika zu verschreiben. Und ich nahm sie.

Ich hatte in diesen Jahren immer wieder mal nachgefragt, ob ich denn nicht durch eine Änderung meiner Ernährung irgendetwas erreichen könne. Es wurde mir in der Regel geantwortet, daß man bei Rheuma empfiehlt, weniger tierische Eiweiße zu sich zu nehmen. Leider kam diese Antwort immer „so überzeugend“, daß man gut hineininterpretieren konnte, daß ich diese Einschränkung aber auch getrost sein lassen könnte, da es sowieso nichts nützt. Meine Rheumaerkrankung sei nämlich nicht nur eine Stoffwechselerkrankung, wie zum Beispiel die Gicht, sondern außerdem noch eine Autoimmunerkrankung, bei der eine Ernährungsumstellung ohnehin nichts helfe. Diese sei nämlich erblich veranlagt und man könne solche Erkrankungen durch Medikamente eben nur aufhalten aber nicht heilen.

Im Oktober 2000 wurde ich durch einen Freund auf die Rohkosternährung und die Möglichkeiten der damit verbundenen Heilung aufmerksam. Die extreme Ernährungsumstellung auf nur noch Rohkost erschien mir zumindest wesentlich ehrlicher als hin und wieder mal ein Stück Fleisch wegzulassen. Da ich von Natur aus jedoch ein eher kritischer Mensch bin, besorgte ich mir die einschlägige Literatur und setzte mich mit Leuten in Verbindung, die schon Erfahrungen mit dieser Art der Ernährung gemacht hatten. Bei meinen Recherchen überraschten mich am allermeisten die übereinstimmend positiven Berichte von Leuten, die schon seit mehreren Jahren 80 – 100 % Rohkost aßen. Fast alle hatten die Ernährungsumstellung aus einem Leidensdruck (verursacht durch Krankheiten) heraus begonnen. Und alle waren ihre Leiden entweder vollständig losgeworden oder hatten diese in starkem Maße lindern können.

Ich beschloß also diesen Weg zumindest einmal zu versuchen. Noch zum Ende des Jahres 2000 begann ich damit, meine Ernährung umzustellen. Im Mai 2001 war ich bei 100% Rohkost angelangt, einen Monat später sogar bei 100% Obst, wegen der schnelleren Entgiftung. Mein medizinisches Umfeld aus Freunden und Bekannten riet mir von dieser Art der Ernährung ab, da sie sicherlich zu Mangelerscheinungen führen werde. Im selben Monat wurden die Rheumaschmerzen wieder stärker. Meine Rheumaärztin wollte mir wieder eine Kortisonkur verschreiben; außerdem riet sie mir dringend, ich solle wieder eine normale Kost zu mir nehmen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt von ursprünglich 60 kg bei einer Größe von 1,70 m schon ca. 6-7 kg abgenommen. Man konnte mir also ansehen, daß mir die Ernährungsumstellung „nicht bekam“. Ich lehnte die neuerliche Kortisonkur ab, da ich mich bereits dazu entschlossen hatte, überhaupt keine Medikamente mehr einzunehmen und auch bei der Rohkosternährung zu bleiben. Ich befand mich ja mitten im Experiment und konnte dies nicht mittendrin abbrechen. Die Medikamente, die ich noch einnahm, reduzierte ich innerhalb von 3 Wochen auf Null.

Anfang Juli sah das Ergebnis meines Experimentes nicht sehr gut aus. Ich hatte Entzündungen an den Sprung- und Zehengelenken, wie auch in den Schultern. Meinen Kopf konnte ich kaum noch zur Seite oder nach oben bewegen. Es gab kaum noch Gelenke, die nicht schmerzten. Nachts im Bett Drehen war immer mit Wachwerden und aufgrund der Schmerzen mit unangenehmem Stöhnen verbunden. Früh brauchte ich eine halbe Stunde, um mich zu überwinden und überhaupt aufzustehen. Allerdings glaube ich, daß nicht alles Rheumaschmerzen waren, sondern teilweise, speziell in den Kniegelenken, die Schmerzen auf die Entgiftung zurückzuführen waren. Ich aß nun immerhin schon ca. 2,5 Monate nur Obst.

Aus Erfahrung wußte ich, daß mir bei entzündeten Gelenken nicht allzuviel Zeit blieb, da diese in den entzündlichen Phasen schnell zerstört werden. In den vergangenen Jahren hatte ich während eines solchen entzündlichen Prozesses einmal zu lange gezögert, die Tablettendosis zu erhöhen bzw. andere Medikamente einzunehmen, mit der Folge, daß der Knochen im Schultergelenk auf einer Röntgenaufnahme bereits ein Loch aufwies.

Ich versuchte alle Register meines mir angelesenen Wissens zu ziehen. Ich ging zur Colon-Hydro-Therapie - drei Mal – das reicht aus, sagte man mir dort. Ich konsultierte verschiedene Heilpraktiker, die mir allerdings in diesem akuten Stadium nicht wesentlich weiterhelfen konnten. Ich besprach mit ihnen die Möglichkeit des Fastens. Dies wurde zwar generell als sinnvoll angesehen, speziell in meinem Fall wurde mir davon jedoch dringend abgeraten. Ich wog nur noch ca. 47 kg. Ich habe trotzdem mit dem Fasten begonnen, dies allerdings nur 4 Tage durchgehalten. Dann überzeugte auch mich ein Blick in den Spiegel und auf die Waage – ich hatte weitere 2 kg abgenommen - das dies offensichtlich nicht der richtige Weg sein konnte. Ich gab mir selbst noch eine Woche Zeit, um eine Lösung für mein offensichtliches Problem zu finden oder schweren Herzens den Weg zurück zur Schulmedizin zu gehen. Die andauernden Schmerzen machten mir nun doch ganz schön zu schaffen, schlimmer aber noch war für mich die Vision irreparabel zerstörte Gelenke zu haben.

In dieser einen Woche habe ich glücklicherweise von der Adresse des Wellness–Energie–Zentrums in Ottobeuren unter der Leitung von Prof. Dr. Probst erfahren. Die dort zugrundegelegte Therapie, Rohkosternährung und Colon-Hydro-Therapie, entsprach vollkommen meinem gewählten Weg und so entschloß ich mich, dort hinzufahren. Einen Anruf und drei Tage später war ich für dreieinhalb Wochen dort. Um es vorwegzunehmen, ich kam dort langsam laufend und humpelnd, mühsam eine Treppe hoch oder runter laufend an, dreieinhalb Wochen später konnte ich noch nicht rennen aber schnell laufen ohne zu humpeln, Treppen waren überhaupt kein Problem mehr und die Entzündungen waren weitestgehend abgeklungen, und das alles ohne Chemie.

Als ich in Ottobeuren ankam, war man nicht der Meinung, daß mein Gewicht ein Hinderungsgrund für eine Saftfastenkur sein sollte. Es wurde mir sofort, für wenigstens die erste Woche, Saftfasten verordnet und eine tägliche Colon-Hydro-Therapie. Sauna, Massage, Dauerbrause, Magnetfeldresonanz- und Sauerstofftherapie steigerten das Wohlbefinden, waren aber sicherlich nicht ausschlaggebend für die schnelle Verbesserung meines Zustandes. Nach einer Woche wachte ich nachts auf, nicht mehr vor Schmerzen, sondern vor Euphorie – ich hatte beim Drehen im Bett keine Schmerzen mehr.

Die schnelle Besserung hatte sicherlich auch die von Prof. Probst durchgeführte Akupunktur bewirkt. Diese wurde jedoch nur zwei oder dreimal durchgeführt, auf weitere konnte dann verzichtet werden. Die tägliche Anwendung der Colon-Hydro-Therapie und das Saftfasten zeigten offensichtlich ihre Wirkung. Ich fastete etwa 2 Wochen, dann konnte ich nicht nur die sehr wohlschmeckenden Säfte, sondern die unbehandelten ganzen Früchte genießen. Dies war sicherlich die hochwertigste Nahrung, die ich in meinem ganzen Leben zu mir genommen habe. Es wurden (und werden) ausschließlich sonnengereifte, meistens tropische Früchte aus ökologischem Anbau angeboten. Neben dem Fasten und der Colon-Hydro-Therapie gehörte sicherlich auch diese hochwertige Ernährung zu den Hauptfaktoren für die schnelle Verbesserung meines Zustandes. Mein Gewicht ging in dieser Zeit weiter runter bis auf 41 kg - und ich fühlte mich gut, wenn auch ein wenig schwach. Insgesamt wurden bei mir 19 Colon-Hydro-Therapien durchgeführt und es ist erstaunlich, welch ein Dreck selbst noch nach dem 19. Mal aus dem Darm gespült wurde. Kleinere Parasiten und selbst ein Bandwurm wurden aus dem Darm hinausbefördert.

Mitte August kehrte ich aus Ottobeuren zurück. Seitdem konnte ich eine stete Verbesserung meines Zustandes erleben. Die noch verbliebenen Schmerzen schwanden in den kommenden Wochen bis wenigen Monaten vollkommen. Meine Rheumaerkrankung ist jetzt im Blut nicht mehr nachweisbar. Ich habe seitdem bei 100% Rohkost wieder 10 kg zugenommen. Und auch die Kräfte kommen langsam wieder zurück. Noch im Oktober 2001 hatte ich das Gefühl, daß ich nach 30 Metern Rennen zusammenbreche, da ich kaum noch Beinmuskeln hatte. Jetzt, im Juni 2002, renne ich problemlos 10 km in einer zudem noch recht akzeptablen Zeit von 45 Minuten, und dies nicht einmal bei besonders regelmäßigem Training.

Die hochwertige Ernährung, die ich in Ottobeuren kennengelernt habe, genießen wir jetzt in unserer Familie – ich habe eine Frau und zwei kleine Kinder, 3 und 4 Jahre alt – als einen gewissen Luxus. Das heißt, wir essen zu Hause beinahe ausschließlich Rohkost aus sonnengereiften und ökologisch angebauten Früchten, auch die Kinder.

Daß sich insbesondere nach einer solchen Erfahrung die Sichtweise auf die Schulmedizin ändert und eine wesentlich kritischere Denkweise gegenüber der Pharmaindustrie und auch der Lebensmittelindustrie einsetzt, ist sicherlich vorstellbar. Leider wird mit den Krankheiten heutzutage viel zuviel Geld verdient, als daß die entsprechenden Kreise tatsächlich an gesunden Menschen interessiert sein könnten. Eine dringend erforderliche Aufklärung über eine gesunde Lebensweise zur Vermeidung von Krankheiten wird daher vollkommen vernachlässigt. Die hin und wieder in den Medien veröffentlichten Artikel über gesunde Ernährung und gesunde Lebensweise haben lediglich Alibicharakter und sind nicht wirklich dazu angetan, eine breite Aufklärung zu bewirken.

Ich hoffe, daß sich der eine oder andere von diesem Erfahrungsbericht ermutigt fühlt und selbst versucht, seine Leiden durch den in diesem Bericht beschriebenen Weg zu heilen. Ferner würde ich mich freuen, wenn dieser Bericht dazu beitragen könnte, nicht nur Kranke sondern auch Gesunde zum Nachdenken über die richtige Ernährungsweise anzuregen. Die Rohkosternährung ist keine Diät oder ausschließliche Ernährungsform für Kranke, sondern sicherlich auch die richtige Ernährungsform für Gesunde, um Krankheiten vorzubeugen. Für Interessierte gibt es zum Teil sehr gute und fundierte Literatur zu diesem Thema.

Für diejenigen, die Fragen haben:
Oliver Haase, Berlin
E-Mail: ikh.haase@snafu.de
Tel.: 033672 / 720 35


Nachtrag vom 3.3.2004

Derzeitiger Stand: unverändert positiv bei weiterhin Rohkosternährung


Nachtrag vom 3.3.2009

Bei mir ist alles unverändert in Ordnung. Die Rohkost ist aus unserem Familienalltag nicht mehr wegzudenken, ohne allerdings daraus ein Dogma zu machen. Zu Hause gibt es nur selten Ausnahmen, wie z.B. gekochte Hirse für die Kinder. Wenn wir irgendwo essen gehen oder zu Besuch sind, steht den Kindern jedoch alles offen, Fleisch lehnen sie von sich aus ab. Das ist unser Weg unter den gegebenen äußeren Bedingungen und wir kommen damit sehr gut klar.