Buchbesprechung Michel Odent: Geburt und Stillen

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Über den Autor

Dr. med. Michel Oden, geboren 1930, leitete vierundzwanzig Jahre die Gynäkologieabteilung einer nordfranzösischen Klinik, wo er weltweit erfolgreich neue Methoden der Geburtshilfe propagierte. Für die WHO forschte er zu dem Thema Hausgeburten in Industrieländern. 1990 ließ er sich in London nieder und gründete dort das Primal Health Research Centre, das die Langzeitauswirkungen von Umwelteinflüssen auf den Fötus, die Geburt und die Säuglingszeit untersucht. Er verfasste zehn Publikationen, die in 19 Sprachen übersetzt wurden.

Klappentext

Michel Odent hat in zahlreichen Publikationen rund um das Thema Geburt kontroverse Theorien propagiert. Auch in diesem Buch kommt er zu einigen überraschenden Schlussfolgerungen. Obwohl es heute als erwiesen gilt, so Odent, dass das universelle Bedürfnis nach Privatsphäre und eine minimale Unterstützung in der Geburtsphase von außen für einen optimalen Geburtsverlauf unabdingbar sind, diktieren der Tagesablauf in den westdeutschen Kliniken und der Fortschritt im High-Tech-Bereich oft das Gegenteil, mit dem Erfolg, dass die Rate der Kaiserschnittgeburten und die Kindersterblichkeit sprunghaft angestiegen sind. Eine weitere Ironie: Obwohl es als erwiesen gilt, dass eine lang anhaltende Stillperiode für das Wohl der Mütter und Kinder ganz entscheidend ist, stillen immer mehr Mütter ihre Kinder nur bis zu einem Zeitraum von sechs Monaten.
Odent plädiert nachdrücklich dafür, dass wir uns wieder auf unsere Säugetierwurzeln und Säugetierbedürfnisse besinnen, dass Mütter während Geburt und Stillzeit ihren Instinkten und den Wegen der Natur folgen.
Das provokante und visionäre Buch ist ein Ratgeber für werdende Eltern, Geburtshelfer, Psychologen und alle diejenigen, die zu den elementaren Erfahrungen unseres Lebens zurückfinden möchten.

Inhaltsübersicht

  1. Unsere Vorfahren waren Säugetiere
  2. Im Anbruch einer post-elektronischen Ära
  3. Die Klinik der Zukunft
  4. Auf einem anderen Planeten
  5. Der "Fötus-Ausscheide-Reflex"
  6. Katzen
  7. Das Alte und das Neue
  8. Kolostrum und Zivilisation
  9. Von Holland nach Malawi
  10. Fotos und Video
  11. Sigmund Freud als Hebamme
  12. Hormone der Liebe
  13. Stillen und Monogamie
  14. Es ist Zeit für ein Wiegenlied

Zusammenfassung und Bewertung

Das Buch "Geburt und Stillen" ist eine auch für den Laien verständliche wissenschaftliche Zusammenfassung der langjährigen Erfahrungen des Autors. Michel Odent beantwortet viele wichtige Fragen rund um das Thema "Natürliche Geburt": Welche Bedürfnisse haben Mutter und Kind während, bei und nach der Geburt? Sind natürliche Geburten in häuslicher Umgebung risikoreicher als Geburten in einer Klinik? Welche Bedeutung hat das Kolostrum für den Säugling? Wie lange kann ein Kind gestillt werden?
Seine Antworten zeigen, wie sehr in unserer modernen Gesellschaft die Grundbedürfnisse von Mutter und Kind missachtet werden und welche Folgen diese Missachtung hat. Er zeigt aber auch, dass es möglich ist, zu den Wurzeln zurückzufinden.


Michel Odent: Geburt und Stillen. Über die Natur elementarer Erfahrungen. C.H. Beck, 2006, 3. Auflage, 151 Seiten. ISBN 3-406-45983-8