Buchbesprechung Thomas Frankenbach: Somatische Intelligenz

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Über den Autor

Thomas Frankenbach, Jahrgang 1973, ist ein deutscher Gesundheitswissenschaftler und Bewegungstrainer sowie Autor der Bücher "Warum Läufer beharrlich sind und Surfer das Leben genießen – was Dein Sport über Dich verrät" (2012) sowie "Somatische Intelligenz" (2014).

Er hat an mehreren wissenschaftlichen Forschungsarbeiten mitgewirkt und behandelt in seinen Publikationen die Wechselwirkungen zwischen Ernährung, Körper sowie soziologischen und psychologischen Einflussfaktoren.

Klappentext

Jenseits von Ernährungsratgebern, oft zweifelhaften Diätplänen und Kalorientabellen verfügt unser Körper über eine ganz besondere Instanz, die uns eine wertvolle Hilfe sein kann, wenn es um die Auswahl der richtigen Kost geht: somatische Intelligenz.

Erfahren Sie, warum wir verlernt haben, beim Essen der Intelligenz des Körpers zu vertrauen, und lernen Sie, Ihre somatische Intelligenz als Ihren wichtigsten Ernährungsberater richtig einzusetzen. Denn jeder Mensch hat einzigartige Ernährungsbedürfnisse, weil jeder Mensch einzigartig ist.

Kapitelübersicht

  1. Der Körper ist Wahrheit
  2. Ist Naturkost wirklich ein uneingeschränktes Heilmittel?
  3. Von der Naturkost zum Heilmittel - geschichtliche Betrachtung
  4. Somatische Intelligenz und Essen
  5. Warum die Botschaft des Körpers oft überhört wird
  6. Auf den Körper hören lernen
  7. Übungsteil: In den Körper hinein spüren
  8. Ein Ausblick - und ein Wort zum Schluss

Zusammenfassung und Bewertung

"Somatische Intelligenz" ist ein gut lesbares, auch für Laien in Ernährungsfragen leicht verständlich geschriebenes Buch. Zahlreiche Fallbeispiele veranschaulichen, über welche Signale sich die somatische Intelligenz im Organismus bemerkbar machen kann.

Für den Autor kommt der somatischen Intelligenz bei der Auswahl von Nahrungsmitteln eine Schlüsselrolle zu. Damit deckt sich seine Vorstellung eines Teilaspekts der somatischen Intelligenz mit der Annahme eines Ernährungsinstinkts seitens instinktiver Rohköstler. Er übersieht allerdings die Tatsache, dass dieser Teilaspekt nur unter den Bedingungen einwandfrei funktionieren kann, unter denen sich ein Organismus in Jahrmillionen der Evolution entwickelt hat: So wurden Lebensmittel die längste Zeit in rohem, naturbelassenem Zustand verzehrt und nicht in gekochtem bzw. gegrilltem.

Die somatische Intelligenz kann bei denaturierten Lebensmitteln daher nicht so exakt Rückmeldung über die Bekömmlichkeit geben wie bei rohen. Ein Beispiel: Rohe Ananas kann schon nach wenigen Bissen ein stark brennendes Gefühl an den Mundschleimhäuten hervorrufen, während eingekochte Ananas in weitaus größeren Mengen gegessen werden kann, bevor ein unangenehmes Mundgefühl auftritt.

Obwohl Frankenbach also nicht zwischen rohen und gekochten Lebensmitteln unterscheidet, kann die Lektüre seines Buchs durchaus auch für Rohköstler hilfreich sein. Denn manch ein Rohköstler ist der Ansicht, Hauptsache roh und alles ist gut. Dem ist leider nicht so. Deshalb sollte gerade wer roh isst, auch in Hinblick auf die Qualität der Lebensmittel, vermehrt auf die Signale des Körpers, die die somatische Intelligenz ihm übermittelt, achten. Ein Training der somatischen Intelligenz, wie der Autor es im Übungsteil beschreibt, kann vor allem für Menschen, die nicht mit Rohkost aufgewachsen sind, sehr hilfreich sein.

Der Autor weist in seinem Schlusswort darauf hin, dass wir zwar die Fähigkeit der somatischen Intelligenz nutzen, aber Vernunft und Verstand nicht einfach über Bord werfen sollten. Auch darin kann man ihm als Rohköstler uneingeschränkt zustimmen: Erst das Zusammenspiel von somatischer Intelligenz bzw. Ernährungsinstinkt und Verstand kann langfristig zum Erfolg führen.


Thomas Frankenbach: Somatische Intelligenz. Hören, was der Körper braucht. KOHA Verlag 2014, 160 Seiten. ISBN 3-867-28249-8