Der Ablauf einer Mahlzeit unter Beachtung des Ernährungsinstinkts

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Zu einer instinktiv gestalteten Mahlzeit gehören folgende Schritte:

Die Schritte 2 und 3 werden gegebenenfalls mehrfach durchlaufen.

Bereitstellung einer guten Auswahl

In freier Natur erleichtert primär der Geruchssinn das Auffinden von Lebensmitteln, die für eine Mahlzeit in Frage kommen. Bei gesunden Menschen funktioniert dies auf Entfernungen von über einem Kilometer. Bei kleineren Distanzen spielt zusätzlich der Gesichtssinn eine Rolle, der ebenfalls vom Ernährungsinstinkt gesteuert wird. Dies führt beispielsweise dazu, daß man Kräuter oder Früchte, die man momentan besonders benötigt, besser sieht oder entdeckt als andere, die nicht dem körperlichen Bedarf entsprechen. Hinzu kommt ferner der denkende Verstand in Form von Jagdgeschick, der Kenntnis ertragreicher Plätze und weiteren Möglichkeiten, zum Beispiel dem Wissen über eßbare Anteile von Pflanzen und geistigen Vorstellungen. Hier arbeiten Verstand und Instinkt zusammen.

Beim Leben an einem festen Ort kann der Geruchssinn nur noch in wenigen Fällen auf dem natürlichen Weg ein geeignetes Lebensmittel finden. Man kann stattdessen Lebensmittel einkaufen oder sich liefern lassen. Jedoch stellt sich dann immer noch die Frage, was man beschaffen soll. Immerhin gibt es einige Gelegenheiten, Lebensmittel herauszufinden, die für die Auswahl geeignet sind.

Beispiele für solche Gelegenheiten sind die Fischbude, an der man vorbeiläuft und möglicherweise einen wunderbaren Duft feststellt, ein Marktstand mit Pfirsichen und so weiter. Das sind selbstverständlich keine natürlichen Verhältnisse, aber man kann solche Gelegenheiten nutzen, um geeignete Lebensmittel zu finden und für die Auswahl zu beschaffen.

Falls es gar nicht möglich ist, durch eine Geruchsprobe zu ermitteln, welche Lebensmittel in Frage kommen könnten, bleibt nur noch die blinde Bestellung kleiner Mengen zufällig ausgewählter Produkte. Die auf diese Weise zustande kommende Auswahl ist sicher nicht so treffsicher wie in freier Natur. Andererseits sind in der Natur auch nicht alle Lebensmittel auf einmal reif und oft muß man weite Strecken zurücklegen, um zur nächsten in Frage kommenden Frucht zu gelangen. Es kann also durchaus sein, daß die mit technischen Mitteln erreichte Auswahl umfassender ist als die natürliche. Dies ist besonders in der Anfangszeit der Rohkost-Praxis sehr hilfreich, wenn die Bedürfnisse erfahrungsgemäß stark schwanken.

Auswahl der zu verzehrenden Lebensmittel

Da dieser Punkt recht umfangreich ist, gibt es dazu einen eigenen Artikel:
Geruchssinn und instinktive Auswahl.

Die Mahlzeit

Nach der Auswahl des ersten Produktes verzehrt man dieses Lebensmittel, bis die instinktive Sperre oder die Sättigung eintritt. Ist nach dem Verzehr des ersten Produktes noch keine Sättigung bzw. Zufriedenheit eingetreten, kann man die Auswahl wiederholen und ein weiteres Lebensmittel verzehren. Eine Anzahl von ungefähr drei verschiedenen Lebensmitteln pro Mahlzeit sollte möglichst nicht überschritten werden.

Eine falsche Praxis ist es, die Lebensmittel nur einmal auszuwählen, eine Rangfolge des besten Geruchs zu erstellen und sie dann ohne neue Auswahl in dieser Reihenfolge zu essen. Dieses Verfahren führt in die Irre, weil der körperliche Bedarf sich auch nach dem Verzehr kleinster Mengen sofort ändert. Es ist daher zwingend erforderlich, die Auswahl nach jedem Verzehr zu wiederholen.

Eben so ist es eine falsche Praxis, an Lebensmitteln, die man seit mehreren Tagen oder gar Wochen täglich verzehrt, nicht mehr zu riechen sondern gleich mit dem Essen anzufangen. Jeder spezielle Nährstoffbedarf hat irgendwann ein Ende und wenn man so vorgeht, verpaßt man das Ende zumindest kurzfristig. Für ein Lebensmittel, das zwar gut schmeckt aber vor der Mahlzeit nicht anziehend gerochen hat, besteht nämlich kein Bedarf. Meist akzeptiert der Körper es für eine gewisse Zeit trotzdem, jedoch ist man in dieser Zeit nicht optimal ernährt, weil es andere Lebensmittel gegeben hätte, die anziehend gerochen und den körperlichen Bedarf besser erfüllt hätten. Langfristig korrigiert sich so eine Praxis von selbst, weil nach immer kleineren Mengen eines nicht auf Anziehung geprüften Lebensmittels eine instinktive Sperre auftritt und man dadurch auf jeden Fall davon abgebracht wird, dieses Lebensmittel weiterhin zu verzehren.

Um schlecht verdauliche Kombinationen von Lebensmitteln während einer Mahlzeit zu vermeiden und von Anfang an einen geregelten Ablauf von Mahlzeiten zu erreichen, ist für die ersten Jahre der Rohkost-Praxis die strikte Beachtung eines Mahlzeitenplans zu empfehlen. Anderenfalls läuft man Gefahr, schädliche Verhaltensweisen aus der gekochten Ernährungsweise in die Rohkost-Praxis zu übernehmen und typische Fehler zu begehen, die, wenn sie sich erst einmal verfestigt haben, nur noch schwer korrigierbar sind.

Die Sättigung

Die instinktiv gesteuerte Mahlzeit endet in der Regel mit der Sättigung bzw. Zufriedenheit und in wenigen Fällen dann, wenn das Völlegefühl eintritt. Hierin liegt ein grundlegender Unterschied zur herkömmlichen denaturierten Ernährungsweise, bei der grundsätzlich so lange gegessen wird, bis "nichts mehr hineingeht", also bis zum Völlegefühl. Nicht umsonst gibt es für so ein Eßverhalten das Wort "Völlerei". Auf die Rohkost übertragen führt dieses Verhalten zur Überlastung und anschließend zu einem deutlichem Genußverlust bei den nächsten Mahlzeiten, ist also in gewisser Weise selbstkorrigierend.

Eine gute Rohkost-Praxis zeigt sich unter anderem daran, daß man seinen Magen nach einer Mahlzeit nicht spürt und trotzdem vollkommen satt und zufrieden ist.