Die instinktive Rohkost - gesund essen mit Genuss

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von Theresia Muthers

Bei der instinktiven Rohkost unterscheidet Guy-Claude Burger, der Begründer dieser Ernährungsform, verschiedene Arten von Lebensmitteln, die man nicht unbedingt bei der gleichen Mahlzeit verzehren sollte. Es sind im wesentlichen vier Produktgruppen:

  • Obst
  • "Zucker"
  • "Proteine"
  • Essbare Wildkräuter und Gemüse

Zum Obst werden alle einheimischen und exotischen Sorten gezählt. Man sollte darauf achten, dass es sich möglichst um nicht hochgezüchtete Arten handelt, da die "instinktive Sperre" mit diesen kaum funktioniert. Die Sperre funktioniert so, dass der Körper durch die Alliästhesie (Empfindungsänderung) signalisiert, wann der Bedarf an einer Speise gedeckt ist. Bei hochgezüchteten Sorten fällt es dem Körper schwerer, diese Sperre zu erkennen, weil sie so manipuliert wurden, dass sie auch ohne tatsächlichen Bedarf des Körpers noch schmecken. Nehmen wir hingegen ursprüngliche Sorten zu uns, so ist es manchmal unmöglich weiterzuessen, wenn der Körper genug von den Inhaltsstoffen aufgenommen hat.

Wir essen das Obst vornehmlich zum Mittagsessen (ab 12 Uhr), nachdem wir alle zur Verfügung stehenden Sorten durchgerochen haben. Wir wählen immer die am besten riechende Sorte für uns aus. Diese kann von Tag zu Tag stark variieren. Von dieser Sorte nehmen wir so viel zu uns, bis die beschriebene Sperre eintritt. Danach ist man vielleicht schon zufrieden, d.h. gesättigt. Wenn das nicht der Fall ist, riechen wir wieder alle Sorten durch und verfahren genauso. Über drei Sorten sollte man nicht hinausgehen, da das meistens zu einer Überlastung des Organismus führt. Es ist sehr angenehm, wenn man mit nur einer Sorte vollauf zufrieden ist.

Ist man nach dem Obstessen noch nicht zufrieden, so kann man noch die "Zucker" durchriechen. Es ist sehr wichtig, dass jedes Essen vollauf befriedigt. Dann ist die Gewähr gegeben, dass man nicht zwischendurch Bedarf hat.

So nehmen wir bei der instinktiven Ernährung nur zwei Mahlzeiten ein und das Mittagessen ist die erste. Am Morgen lassen wir den Körper in Ruhe und unterstützen die heilsamen Entgiftungsprozesse, die der Kosmos jeden Tag einleitet, durch Wassertrinken und Kassie-Lutschen. Bei der Cassia fistula handelt es sich um eine tropische Hülsenfrucht, die uns auf wunderbare Weise von alten Giften aus Darm, Blut, ja sogar aus den Zellen und Organen befreit.
Das Fasten am Morgen macht uns meist schon nach einigen Tagen nichts mehr aus, weil bei dieser Art des Essens das leidige "Hungergefühl", das nur ein Zeichen von schlechter Entgiftung ist, entfällt. Fasten ist bekanntlich gut für das Gehirn, denn es befreit das Denken und verleiht uns bessere Konzentrationskraft.

Die "Zucker" umfassen alle Trockenfrüchte (unter 40 Grad getrocknet!) und naturbelassene Honige (im Glas und in der Wabe). Sie werden im Bedarfsfall alle durchgerochen, das beste Produkt wird ausgewählt und davon solange gegessen, wie es "himmlisch" schmeckt, d.h. sein typisches Bouquet behält. Nicht angebracht wäre es, die "Zucker" so zu essen, wie man früher Süßigkeiten genommen hat: aus Gewohnheit, als Nachtisch, um sich zu beruhigen oder zu belohnen...

Es handelt sich um hochwirksame Lebensmittel, die man eben nur dann essen sollte, wenn der Körper sie wirklich braucht. Dann können sie alle lebenswichtigen Stoffe, die sie neben dem Zucker in natürlicher Ausgewogenheit enthalten, wohltuend wirken lassen. Dadurch, dass sie so konzentriert sind, und das Wasser fehlt, sollte man sie nach den o.g. Regeln essen und nicht nur einfach so zwischendurch. Danach sollte das Mittagessen zufriedenstellend beendet werden können.

Ist das nicht der Fall, so könnten verschiedene Gründe vorliegen:

  • Man hat möglicherweise zu lange nur hochgezüchtete Obstsorten zur Verfügung gehabt. Über einen längeren Zeitraum ist reine Rohkost dann kaum möglich.
  • Man hätte vielleicht zuerst Wildkräuter und dichte Gemüse zu sich nehmen sollen. Mit dichten Gemüsen sind alle Gemüse gemeint, die nicht so hoch wasserhaltig sind wie z.B. Tomate, Gurke und Paprika. Wenn der Körper durch übermäßige Entgiftung geschwächt ist, würden die wasserhaltigen Gemüse diese Prozesse noch verstärken. Die dichten Gemüse und vornehmlich die Wildkräuter jedoch beruhigen, ohne die Entgiftung zu behindern. Besonders bei Leuten, die sehr stark bei der Rohkost frieren bzw. zu viel abnehmen, wären solche Maßnahmen auch schon beim Mittagessen angesagt. Ich empfehle für solche Menschen schon vor dem mittäglichen Obst Wildkräuter und dichte Gemüse. Ja, hier sollte das Obst vorübergehend wie ein Nachtisch fürs Gemüse gesehen werden, bis sich die Entgiftung auf einem zuträglichen Niveau eingeschwungen hat. Sie darf nicht zu stark werden, weil die freigesetzten eigenen Körpergifte uns sonst schädigen würden. Viele Rohköstler machen am Anfang den Fehler, zu viel und zu oft Obst - dazu hochgezüchtetes - zu essen. Sie werden nicht mehr zufrieden, magern ab, frieren und sind dauernd Versuchungen durch die Kochkost ausgesetzt.
  • Es könnte auch der Fall sein, dass die Gruppe der "Proteine" nicht im Gleichgewicht ist.

Mit "Proteine" sind alle dichten Lebensmittel gemeint, die die sogenannte Grundsättigung bewirken. Auch sie sollten alle in Rohkostqualität zur Verfügung stehen, was im Handel üblicherweise nicht der Fall ist. Selbst im Biohandel muss man damit rechnen, dass die Nüsse z.B. bei über 40 Grad getrocknet werden. Zu den "Proteinen" zählen:

  • alle Ölfrüchte und Samen,
  • Algen, Pilze und Oliven,
  • Johannisbrot und alle anderen Hülsenfrüchte,
  • Avocados und Safus,
  • Pollen und Kokosnüsse,
  • alle Keimgetreide außer Weizen,
  • Durian,
  • Eier,
  • Fisch und andere Meeresfrüchte,
  • Fleisch und Innereien sowie gegebenenfalls auch Insekten

Wir sehen, wieso die "Proteine" in Anführungszeichen stehen : Es handelt sich nicht nur um Lebensmittel, die stark proteinhaltig sind, sondern es können auch solche mit viel Fett oder hohem Kohlenhydratgehalt sein.

Zum Abendessen gegen 18 Uhr - zwischendurch wurde nur hochwertiges Wasser getrunken - wählen wir nach dem Geruch aus all diesen o.g. "Proteinen" das für uns beste aus und verzehren es so lange, bis ein Körpersignal uns darauf hinweist, dass es genug ist. Dabei sollte man auf alles mögliche achten, insbesondere auf Geschmacksänderungen hin zum Unangenehmen, Schmerzhaften; aber auch schon ein Völlefühl im Magen sollte Anlass sein, mit dem Essen aufzuhören. (Das Gleiche gilt auch beim Mittagessen!)

Bei der instinktiven Ernährung gilt der Grundsatz, dass alle für den Menschen zuträglichen Lebensmittel gegessen werden können. Es ist die einzige Rohkostform, die auch das Tierische nicht ausschließt. Ist kein Bedarf da, muss es nicht gegessen werden, aber es steht bei der Auswahl zur Verfügung. Ich kenne viele Rohköstler, die die tierischen Lebensmittel aus ihrer Palette aus moralischen Gründen ausschließen. Besteht aber trotzdem Bedarf, so werden sie mit den rein pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht mehr zufrieden. Dann schmecken selbst die besten Nüsse, Avocados, Oliven usw. nicht mehr, wenn z.B. Fleisch, Fisch oder Eier gebraucht würden. Essen sollte in diesem Sinne nichts mit "Moral" zu tun haben. Die ganze Palette der Lebensmittel ist für uns von der Natur vorgesehen, mit allem, was essbar ist. Hat man dann den Bedarf an Tierischem gestillt, so ist es interessant festzustellen, wie gut die pflanzlichen "Proteine" wieder schmecken.

Nach dem Verzehr dieses einen "Proteins" sollten beim Abendessen Wildkräuter und Gemüse zur Auswahl stehen. Sie werden auch "mono" (jedes für sich) nacheinander verzehrt, so wie sie gut riechen und schmecken. Besonders am Anfang sollte man nicht unbedingt mit "himmlischen" Genüssen rechnen, aber man sollte darauf achten, qualitativ hochwertige Ware zu Hause zu haben. Man muss wissen, dass Gemüse vornehmlich fürs Kochen gezüchtet wurden, d.h. danach sollen sie noch Geschmack haben. Sie sind also oft etwas stark und herb im Geschmack beim Rohessen, aber mit der Zeit findet man mehr Genuss dabei. Die dichten Gemüse und Wildkräuter bringen uns die so notwendigen Mineralien in Hülle und Fülle.
Haben wir jedoch Fleisch und anderes Tierisches gegessen, so sollten wir uns damit begnügen und auch die Gemüse einmal weglassen. Wenn am Abend keine "Proteine" eingenommen wurden, dürfte man auch noch etwas Obst zu sich nehmen.

Mit der instinktiven Rohkost kann man vom ersten Tag der Umstellung an vollauf zufrieden werden, wenn die Auswahl stimmt. Man genießt bei jedem Essen, dass der Körper zur Ruhe kommt. Man spricht in diesem Fall vom "Schweigen der Organe", und das ist ein wunderbares Gefühl. Man hat keinen "Hunger" mehr und freut sich auf den nächsten Essensgenuss.
Da so einiges zu wissen, zu beachten und zu bevorraten ist, empfiehlt es sich, diese Art zu essen mit Menschen auszuprobieren, die Erfahrung damit haben und die diese Auswahl bieten können. Mit der instinktiven Ernährung gibt es eine Methode des Essens, mit der man langsam aber sicher tagtäglich entgiftet, ohne dass auf den Genuss verzichten werden müsste. Im Gegenteil: so genussvoll wie hier wird selten gegessen. Nach dem Prinzip: das Beste ist gerade gut genug für jeden!