Eberraute

Aus Rohkost-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wissenschaftliche Namen: Artemisia abrotanum
Synonyme: Abergans, Eberreis, Eberwurzel, Eberrautenbeifuß, Garthau, Gartenhühnchen, Gartheil, Herrrgotztshölzl, Lemonikräutel, Riechblume, Stabwurzel, Zitronenkraut.

Systematik

  • Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
  • Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
  • Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
  • Unterklasse: Asternähnliche Asteridae
  • Ordnung: Asternartige Asterales
  • Familie: Korbblütengewächse Asteraceae
  • Unterfamilie: Asteroideae
  • Gattung: Artemisia
  • Art: Eberraute

Die Gattung Artemisia umfasst etwa 250 bis 500 weitere Arten, unter anderem folgende:

  • Wermut Artemisia absinthium
  • Einjähriger Beifuß Artemisia annua
  • Feld-Beifuß Artemisia campestris: Blätter tief eingeschnitten, schmale Blattzipfel.
  • Kampfer-Eberraute Artemisia camphorata
  • Deutscher Estragon Artemisia dracunculus
  • Ährige Edelraute, Schwarze Edelraute Artemisia genipi
  • Wüsten-Beifuß Artemisia tridentata
  • Echte Edelraute Artemisia umbelliformis syn. Artemisia mutellina
  • Gemeiner Beifuß Artemisia vulgaris

Beschreibung

Blütezeit: Juli bis Oktober

Vorkommen: Alte Kulturpflanze, bisweilen verwildert, Heimat Ost-Europa, Mittelmeergebiet, West-Asien.

Kennzeichen: Fünfzig bis achtzig Zentimeter hohe ausdauernde Pflanze; Stängel aufrecht, kahl, unten verholzend und brüchig; Blätter doppelt fiederspaltig mit drüsig punktierten Zipfeln, drei bis acht Zentimeter lang, Unterseite grau behaart; Blüten blassgelb, Köpfchen klein, rundlich, nickend, in stark beblätterten Rispen.

Verwechslung: Mit anderen Artemisia-Arten.

Rohkosttipps und Erfahrungen

Sammelgut und Sammelzeit: Blätter und Blütenknospen Juli bis Oktober.

Die Pflanze duftet nach Zitrone. Der Geschmack der Blätter ist bitter. Die Spitzen riechen und schmecken nach Cola, weshalb er auch "Coca Cola-Strauch" genannt wird.

Kultur im eigenen Garten: Die Pflanze lässt sich sehr gut vegetativ über Stecklinge, die sich rasch bewurzeln, vermehren.

Wissenswertes

Namensgebung: Die Gattung Artemisia ist zu Ehren der griechischen Göttin der Jagd, Artemis, benannt.

Heilkunde: Die Wirkung wird als antiseptisch, die Menstruation fördernd, narbenbildend, schweißtreibend, stimulierend, wundheilend und wurmtreibend beschrieben.
Dioskorides empfiehlt den Samen der Eberraute in Wasser zerkleinert als Brühe gegen Kurzatmigkeit, Krämpfe, Brüche, Hüftbeschwerden oder mit Gerstenmehl, Wasser oder Öl vermischt als Umschläge bei Geschwüren. Auch Hildegard von Bingen empfiehlt den Saft der Eberraute gegen Grind, Beulen und Geschwüre. Das Kraut wird heute verwendet bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden. Äußerlich bei Frostbeulen, zum Ziehen von Splittern, bei Ischiasschmerzen, Schwellungen und Haarausfall. In der Volksmedizin wird der Eberraute eine immunstärkende Kraft zugeschrieben.
In der Homöopathie findet die Eberraute Anwendung bei Drüsenschwellungen, Abmagerungen und Entwicklungsstörungen bei Kindern und Brustfellentzündungen.

Nutzpflanze: Eberraute galt als Pestmittel. Das Laub ergibt eines der besten natürlichen Mottenmittel und vertreibt Stechmücken, wenn man es auf der Haut zerreibt.

Mythos/Geschichte: Früher wurden die frischen Blätter im Gerichtsaal auf den Anklagebänken ausgelegt, um sich vor dem berüchtigten Gefängnis-Typhus zu schützen.

Magie/Brauchtum: Geschlecht: maskulin; Planet: Merkur; Element: Luft; Magische Kräfte: Liebe Lust, Schutz.
Im Mittelalter verwendete man die Pflanze zur Teufelsaustreibung, aber auch für Liebeszauber. Das Verbrennen des Krautes als Räuchersubstanz bewahrt vor Schwierigkeiten aller Art, und der Rauch eignet sich zum Vertreiben von Schlangen. Nach einem nordeutschen Brauch legten alte Frauen kleine Sträuße aus Eberraute in ihr Gebetbuch oder ins Gesangbuch. Der Duft der Pflanze bewahrte sie davor, während der Predigt einzunicken. Deshalb heißt sie "Riechblume" an der Ostsee "Schmecker", an der Nordsee "Rukelbloem" und anderswo "Rückelbusch".