Gebrauchsanleitung für Körper und Geist

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Für alles Mögliche gibt es umfangreiche Gebrauchsanleitungen, die man in die Hand gedrückt bekommt, wenn man es kauft oder geschenkt bekommt: Fotoapparate, Rasierer, elektrische Zahnbürsten, Computer, Staubsauger und vieles mehr. Nur für den eigenen Körper bekommt man so etwas nicht mitgeliefert. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn wenigstens die eigenen Eltern wüßten, wie man sich selbst richtig behandelt und ihren Kindern dies vermitteln würden. Leider wissen sie es zum größten Teil nicht, sondern geben nur ihre eigenen Fehler im Umgang mit ihrem physischen Vehikel an die nächste Generation weiter. Aus diesen Gründen gibt es hier eine Anleitung für den Gebrauch von Körper und Geist, die sich, so wie alle anderen Artikel in diesem Wiki, an der natürlichen Ernährung mit Rohkost orientiert, sich aber nicht darauf beschränkt, denn das Leben ist mehr als Essen.

Einleitung

Der menschliche Körper wurde - auch wenn dies für einige Leser nicht nachvollziehbar sein mag - vom Schöpfer so konstruiert, daß er uns so lange dient, bis wir alle Erfahrungen gemacht haben, die man als Mensch auf der Erde machen kann und uns lebenssatt und zufrieden von diesem Planeten und dieser Existenz verabschieden. Der Mensch sollte ein Geschöpf mit freiem Willen und höchster Autonomie sein und nicht ein von Krankheiten geplagtes Wesen, das durch seinen nach wenigen Jahrzehnten zerfallenden Körper zur Beendigung seiner irdischen Existenz gezwungen würde. Freier Wille und Autonomie sind nur dann gegeben, wenn man so lange leben kann wie man will.

Allerdings setzt dies voraus, daß man seinen Körper gut behandelt, pflegt und nichts von ihm verlangt, für das er nicht geschaffen wurde, mit anderen Worten, daß man die Grenzen der Evolution, die vor langer Zeit entstanden sind, nicht überschreitet. Diese Grenzen sind sehr weit gesteckt, denn das Leben auf der Erde, so wie es viele Millionen Jahre lang ablief, also ohne technische Hilfsmittel, ohne feste Unterkunft, ganzjährige Versorgung mit Lebensmitteln aus aller Welt und andere moderne Annehmlichkeiten, stellt Anforderungen an die körperliche und geistige Gesundheit, die um Faktoren über denen liegen, die unser heutiges Leben stellt. Wer das nicht glaubt, sollte sich die Frage stellen, wie lange er/sie im Januar in Europa in freier Natur ohne heutige technische Hilfsmittel überlebensfähig wäre.

Die Erfordernisse, deren es bedarf, um Körper und Geist bei bester Gesundheit zu halten und so lange nutzen zu können, wie man möchte, lassen sich in wenigen Punkten zusammenfassen und werden in den folgenden Kapiteln ausführlich erläutert.

Körperliche Erfordernisse

Saubere Nahrung

Die Notwendigkeit, seinen Körper richtig zu ernähren, kommt an erster Stelle aller Erfordernisse für ein gesundes, freudvolles Leben, denn Körper und Geist bilden eine Einheit und wenn der Körper nicht gesund ist, ist es der Geist auch nicht. Die alten Römer faßten diese Erkenntnis in dem Satz

mens sana in corpore sano (ein gesunder Geist in einem gesunden Körper) zusammen.

Welcher Art muß die Nahrung sein, die den menschlichen Körper angemessen ernährt und gesund hält? Dieser Frage ist das ganze Wiki gewidmet und daher lautet die Antwort: es muß naturbelassene, also rohe Nahrung sein, die unverfälscht und im Einklang mit den körperlichen Bedürfnissen verzehrt wird, so, wie es jedes Tier auf der Erde tut. Genaue Erklärungen sind den Artikeln Instinktive Ernährung und Die natürliche Lebensmittelpalette zu entnehmen.

Jegliche Verunreinigung der Nahrung, sei es durch künstliche Düngung der sie liefernden Pflanzen, Verwendung von Pestiziden oder Anbau auf verunreinigten Böden, setzt letztlich die eigene Lebenserwartung herab, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht erkennbar ist, weil die Folgen schleichend und tückisch sind und man sich heutzutage mit einer lächerlichen Lebenserwartung von 75 Jahren zufrieden gibt, von denen bestenfalls die ersten 45 Jahre in guter Gesundheit verbracht werden.

Saubere Atemluft

Ein ähnliches Erfordernis wie saubere Nahrung ist saubere Atemluft, denn die Luft, die wir atmen, nährt uns genau so wie feste oder flüssige Nahrung. Unter optimalen Bedingungen ist es sogar so, daß Blütenpollen und von Pflanzen abgegebene Düfte zu einem Gutteil zu unserer Ernährung beitragen, so daß die Ernährung mit fester und flüssiger Nahrung nicht mehr den Stellenwert hat, den sie bei einem Leben in mäßig sauberer oder schlechter Luft hat. Anders ausgedrückt: bei einem Leben in liebevollen Beziehungen und frischer, sauberer Luft kann man sich zu einem Großteil von Luft und Liebe ernähren und muß nur noch wenig essen.

Sauberes Wasser

Dieser Punkt bezieht sich auf zwei Sorten von Wasser:

  • das Wasser, das man trinkt
  • das Wasser, in dem man schwimmt oder badet

Der erste Punkt hat die selbe Bedeutung wie einwandfreie, feste Nahrung und wurde bereits in dem Abschnitt Saubere Nahrung behandelt. Der zweite Punkt ist Voraussetzung dafür, daß man Baden und Schwimmen kann und wird in dem Abschnitt Aufenthalt in Salz- und Süßwasser weiter ausgeführt.

Ruhe- und Erholungszeiten

Zu einem gesunden Lebensstil gehören sich abwechselnde Phasen von Anspannung und Entspannung. Nach jeder großen Anspannung ist es erforderlich, Geist und Körper Zeit zu geben, sich zu regenerieren. Speziell der Geist braucht Ruhezeiten, um die gemachten Erfahrungen verarbeiten, sortieren und ordnen zu können. In vielen Fällen reicht es, so lange zu schlafen, wie Geist und Körper es verlangen, den Schlaf also nicht gewaltsam abzubrechen, indem man sich einen Wecker stellt. Wer jeden Tag ausschläft, geht allein deswegen entspannter durchs Leben. Es ist ein Irrtum, zu glauben, man würde bei so einem Verhalten schließlich den größten Teil des Tages im Bett verbringen. Dies ist einem gesunden, schöpferisch tätigen Menschen überhaupt nicht möglich.

Nach großen körperlichen Anstrengungen kann es nötig sein, dem Körper mehrere Tage lang Ruhe zu geben. Die Erneuerung und Reparatur von Geweben benötigt Zeit und wenn man sie seinem Körper nicht zugesteht, fährt man ihn wie die meisten Menschen auf Verschleiß, mit dem Resultat, daß sich nach einer gewissen Zeit immer schwerere Krankheitszeichen einstellen.

Körperliche Betätigung

Zu einem natürlichen Leben bei optimaler Gesundheit gehört regelmäßige körperliche Betätigung, die gelegentlich auch die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit erreichen darf. Da diese Betätigung für die meisten Menschen unter den heutigen Lebensumständen nicht mehr gegeben ist, muß man sie auf andere Weise herbeiführen, indem man Sport treibt.

Hierbei ist Ehrgeiz fehl am Platz, denn damit überschreitet man nur seine körperlichen Grenzen und erntet so wie alle Leistungssportler Verletzungen und häufige Unpäßlichkeiten. Sehr viel sinnvoller ist es, sich regelmäßig maßvoll sportlich zu betätigen und dabei den Möglichkeiten, die die Evolution geschaffen hat, Rechnung zu tragen. Es gibt in allen Muskeln Fasern, die für eine kurze, sehr hohe Belastung geschaffen sind und solche, die für eine lange, niedrige Belastung da sind. Es ist also sinnvoll, seine sportliche Betätigung zu ungefähr gleichen Teilen auf Kraftsport und Ausdauersport zu verteilen.

Aufenthalt in Salz- und Süßwasser

Der Mensch ist ein ausgezeichneter Schwimmer und Schwimmen gehört bei Naturvölkern von klein auf zu den regelmäßig ausgeübten Beschäftigungen. Dabei ist sowohl der Aufenthalt in Binnengewässern, also Süßwasser, als auch das Schwimmen in Meerwasser möglich. Beides ist wichtig für die Haut, denn sie wird dadurch von außen befeuchtet und kann speziell beim Schwimmen in Meerwasser die darin enthaltenen Salze aufnehmen. Selbstverständlich ist Schwimmen auch eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich körperlich zu betätigen und kommt einem Ganzkörpertraining im Sportstudio nahe, wie man an den gut geformten Körpern professioneller Schwimmer erkennen kann.

Wenn man keine Möglichkeit hat, in sauberem Wasser Schwimmen zu gehen, kann man regelmäßig ein Bad nehmen, dem man jedes zweite Mal ein paar Kilo Meersalz hinzufügt, um den Salzgehalt eines Ozeans, der bei ungefähr 3,5% liegt, herzustellen.

Aufenthalt unter freiem Himmel

Die Evolution hat ein Leben in überdachten Gebäuden mit Fenstern, die nur noch einen Teil des natürlichen Spektrums der Sonne hindurchlassen, für uns nicht vorgesehen. Eine solche Lebensweise macht krank und unglücklich. In gewissen Grenzen kann man sich selbstverständlich in geschlossenen Räumen aufhalten, muß dann aber besonders darauf achten, daß das bereits genannte Erfordernis der sauberen Atemluft gewährleistet ist. Selbst dann muß es Zeiten geben, in denen man sich unter freiem Himmel dem Licht aussetzt, denn die Sonne läßt sich bisher mit technischen Mitteln nur unzureichend ersetzen.

Außer der Luft ist unter freiem Himmel besonders das ungefilterte Sonnenlicht wichtig, wie in dem Artikel Sonnenlicht erläutert wird. Um es in ausreichendem Maß zu erhalten, ist es erforderlich, sich außerhalb jeder Stadt aufzuhalten. Generell sind Städte lebensfeindliche, ungesunde Orte, die so weit wie möglich gemieden werden sollten.

Sauberkeit

Zur richtigen Behandlung des eigenen Körpers, gehört es, ihn regelmäßig zu säubern. Dies betrifft hauptsächlich Haut und Haare, denn alle anderen Systeme sind selbstreinigend. So lange die eigene Gesundheit noch nicht sehr gut ist, kann es erforderlich sein, auch die Ohren, die Nase und die Zunge regelmäßig zu reinigen.

Bei völlig ausgeglichenem Stoffwechsel sollte es nicht nötig sein, die Haare zu schneiden und die Finger- und Fußnägel zu kürzen. Da so einen Stoffwechsel kaum jemand vorweisen kann, der momentan auf der Erde lebt, sind derartige Tätigkeiten hin und wieder nötig. Je länger man schon naturnah lebt, desto größer werden die Abstände zwischen diesen Erfordernissen.

Geistige Erfordernisse

Geistige Betätigung

Körperliche Gesundheit ist eine sehr gute Basis für das Leben, aber sie ist nicht das Leben selbst, das beim Menschen zu einem großen Teil auf der geistigen Ebene stattfindet. So wie der Körper muß auch der Geist regelmäßig betätigt werden, weil er sonst schwach und unbeweglich wird. Auf der Ebene von Kreuzwort-Rätseln und Schundromanen wird sich das Problem allerdings nicht lösen lassen, weil beides zu anspruchslos ist. Sinnvoller sind schwierige Spiele wie Schach oder die Mitarbeit an einem geistig anspruchsvollen Projekt, das durchaus beruflicher Art sein kann.

Abwechslung

Eine eintönige Lebensweise ist mit einem gesunden Leben nicht vereinbar. Sehr viele Hilfsmittel, die der Mensch sich nach seiner Seßhaftwerdung verschafft hat, wie Berieselung mit Musik und diverse Drogen, dienen nur dem Zweck, eine langweilige, monotone Tätigkeit erträglich zu machen. Richtig wäre es, bei der geistigen Betätigung auf Abwechslung zu achten und jeden Tag aufs neue schöpferisch zu leben.

Berufung

Geistige Betätigung ist so wie Sport kein Selbstzweck, denn jeder Mensch hat das Bedürfnis, sinnvolle Dinge in seinem Leben zu tun und schöpferisch tätig zu sein. Im besten Fall verbinden sich regelmäßige, geistige Betätigung und sinnvolles, schöpferisches Tun zu dem, was man Beruf nennt, denn Beruf kommt von Berufung. Alles andere ist nur ein Job bzw. Sklavenarbeit und auf die Dauer eine Zumutung, die eines Menschen nicht würdig ist.

Liebevolle Beziehungen

Ein gesunder Mensch tritt gerne in Beziehung zu anderen Menschen und allgemein zu allen Geschöpfen, die es auf diesem Planeten gibt. Für alle Beziehungen gilt:

Jede Beziehung ist eine Liebesbeziehung

Dies aus dem einfachen Grund, weil Liebe die Substanz ist, aus der das Universum besteht. Da es außerdem im strengen Sinne im Universum keine Zeit gibt, steht man irgendwann vor der Erkenntnis, daß jede Beziehung zu einem anderen Wesen schon immer da war - man hatte es nur vergessen. Auf Freundlichkeit und gegenseitigem Respekt basierende Beziehungen gehören auf jeden Fall zum Leben und sind ein wichtiger Teil des Sinns des Lebens.

Ein Zwischending zwischen körperlichen und geistigen Erfordernissen für ein gesundes Leben ist die Sexualität. Sie ergibt sich im Laufe einer verschieden geschlechtlichen Liebesbeziehung meist von selbst.

Kommunikation

Beziehungen sind ohne Kommunikation, sei es durch das gesprochene Wort oder auf anderen Wegen, nicht denkbar. In der Tat ist das Bedürfnis nach Kommunikation sehr groß, sonst gäbe es nicht die zahllosen technischen Möglichkeiten, sie zu verwirklichen. Die meisten dieser Möglichkeiten sind unserer der Natur entfremdeten Lebensweise geschuldet und bei einem natürlichen Leben nicht nötig, aber da es zur Zeit kaum möglich ist, in der menschlichen Gesellschaft integriert zu sein und trotzdem völlig natürlich zu leben, sind sie sinnvoll.

Bei der Benutzung künstliche Kommunikationsmittel wie Brief, E-Mail, Chat, Videokonferenz, Telefonat, usw. sollte man sich der Einschränkungen bewußt sein, die sie der natürlichen Kommunikation, bei der man an selben Ort wie der Gesprächspartner ist, auferlegen und sie bedacht einsetzen. Anderenfalls sind Mißverständnisse unausweichlich.

Zusammenarbeit

Außer der Verwirklichung der eigenen Lebensziele haben die meisten Menschen auch das Bedürfnis, ihre Errungenschaften mit anderen zu teilen und gemeinsam Sinnvolles zu tun. Dies kann auf körperlicher wie auf geistiger Ebene geschehen. Ein gemeinschaftliches Projekt, das selbstverständlich auch die Arbeit im selbstgewählten Beruf sein kann, ist ein wichtiger Baustein für ein erfülltes Leben und gute Gesundheit.

Weitere Informationen

Artikel

Literatur

Vera F. Birkenbihl: Stroh im Kopf?
Gebrauchsanleitung fürs Gehirn.
mvg 2013, 33. Auflage, 181 Seiten. ISBN 978-3478036702
Buch Vera F. Birkenbihl Stroh im Kopf.JPG
Louise L. Hay: Gesundheit für Körper und Seele.
Heyne 2004. ISBN 3-453-16491-1
Buch Louise L. Hay Gesundheit fuer Koerper und Seele.JPG