Haut- und Haarreinigung und -pflege

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Einführung

Zu den Aufgaben der Haut gehört es, Stoffwechselendprodukte wie Harnsäure, Harnstoff, Ammoniak und Kreatinin, Abbauprodukte von Medikamenten, zum Beispiel Salicylsäure, aber auch Mineralien und Metalle auszuscheiden.

Um die Ausscheidungsfunktion der Haut nicht zu behindern, sollte auf jede Art von chemischen Körper- und Haarreinigungsmitteln, sowie auf Deos und Cremes verzichtet werden. Der Verzicht auf diese Produkte führt in den meisten Fällen erst einmal zu einer Verschlechterung des Haut- und Haarbildes. Bei regelmäßiger Anwendung natürlicher Reinigungsmittel bessern sich diese mit der Zeit aber wieder.

Haare haben verschiedene Aufgaben. So zum Beispiel absorbieren sie UV- sowie Wärmestrahlung und dienen somit als Lichtschutz. Außerdem verbessern sie die Verbreitung von körpereigenen Duftstoffen wie zum Beispiel Pheromonen. Werden Haare gefärbt oder gar entfernt, schwächt dies die körpereigenen Schutzfunktionen.

Haare als Informationsempfänger und -sender

Haare sind eine Erweiterung des Nervensystems, eine Art "Fühler" oder "Antennen", die wichtige Informationen an das Gehirn übertragen, aber auch Informationen vom Gehirn an die äußere Umgebung abgeben. Wird das Haar gefärbt, regelmäßig geschnitten oder gar vollständig entfernt, werden diese Übertragungsprozesse gestört.

Die Haut als Ausscheidungsorgan

Unterdrückung der Ausscheidung und deren Folgen

Seifenkraut

Die Unterdrückung von Ausscheidungen der Haut durch schweißhemmende Mittel, aber auch durch sogenannte „Pflegeprodukte“ für Haut und Haar, kann zu einer Verschlechterung des gesundheitlichen Zustandes führen. Die Krankheit verschiebt sich im Körper von außen nach innen. So kann die Unterdrückung von Fußschweiß oder Herpes zum Auftreten von Herzerkrankungen, eine Unterdrückung der Schuppenbildung oder der Talgabsonderung auf der Kopfhaut zu psychischen Symptomen führen. In dem Abschnitt Der Verlauf von Heilungsprozessen findet man weitere Informationen.

Maßnahmen zur Förderung der Ausscheidung

Die Ausscheidung von Schlacken und Giften durch die Haut kann man mit verschiedenen Maßnahmen unterstützen. Dazu gehören: Trockenbürsten und Wechselduschen, Voll-, Sitz- und Fußbäder, Körperwickel oder Peelings mit Meersalz oder einem basisch-mineralischen Badesalz, aber auch mit Heil- oder Tonerde. Informationen zu Wasseranwendungen sind in dem Artikel Hydrotherapie beschrieben.

Beim Trockenbürsten wird der Körper mit einer Naturbürste oder einem Luffa-Handschuh mit sanften, kreisenden Bewegungen von unten nach oben massiert. Über die Haut werden so reflektorisch auch die inneren Organe erreicht, die auf diese Weise in ihrer Leistungsfähigkeit und Funktionstüchtigkeit aktiviert werden: der Kreislauf wird angeregt, das Herz besser durchblutet und die Nieren werden entlastet.

Auch Wechselduschen aktivieren das Stoffwechselgeschehen der Haut. Dazu wird abwechselnd kalt und warm geduscht und der Vorgang mit einer kalten Anwendung abgeschlossen.

Grobes und feiners Meersalz

Für Vollbäder mit Meer- oder einem basischem Salz ist eine Badetemperatur von 36-38°C empfehlenswert und eine Badezeit von dreißig bis sechzig Minuten. Zur Förderung der Durchblutung kann die Haut alle zehn Minuten sanft gebürstet werden.

Hilfreich bei der Entschlackung sind verschiedene Körperwickel, wie zum Beispiel das Tragen basischer Strümpfe: dazu werden lange Baumwollstrümpfe mit einer basischen Lösung angefeuchtet und über Nacht getragen.

Günstig sind auch Salz- oder Tonerdepeelings, bei denen abgestorbene Hautzellen entfernt werden.

Natürliche Pflege

Der angebliche Säureschutzmantel der Haut

Im Kontext der gekochten Ernährung ist es Konsens, daß die Oberfläche der Haut sauer ist und einen pH-Wert von ungefähr 5,5 aufweist. Die saure Hautoberfläche wird als "Säureschutzmantel" bezeichnet und dient angeblich der Abwehr von Bakterien.

Im Kontext der natürlichen Ernährung mit Rohkost erscheint eine saure Hautoberfläche als Resultat der allgemein verbreiteten Übersäuerung und somit als Krankheitssymptom. Ein gesunder Mensch sollte eine neutrale Hautoberfläche mit einem pH-Wert von 7,0 haben. Es hat demzufolge keinen Sinn, seine Haut mit als "hautfreundlich" angepriesenen sauren Waschmitteln zu traktieren. Wasser, das übrigens ebenfalls einen pH-Wert von 7,0 aufweist, genügt in den meisten Fällen.

Natürliche Mittel zur Haut- und Haarreinigung

Ungemahlene Lavaerde (Ghassoul)

Es gibt verschiedene natürliche Mittel, um Haut und Haare zu reinigen. Dazu gehören Meersalz, basische Salze und Tonerde, speziell Lavaerde, die auch unter dem Namen Ghassoul oder Rhassoul bekannt ist. Lavaerde besteht, anders als man denken könnte, nicht aus verwitterter Lava, sondern aus Tonablagerungen im nordafrikanischen Atlasgebirge. Lavaerde enthält als einziges Waschmittel keine Tenside und ist (sofern nicht behandelt) ein 100%iges Naturprodukt.

Näheres dazu in der Ausgabe von Schrot&Korn 6/1997:
Lava-Erde, sanfte Waschkraft aus der Natur

Ein weiteres natürliches Waschmittel ist Seifenkraut Saponaria officinalis:
Seifenkraut - Kräutersteckbrief

Zusammenfassung

Die Haut, aber auch das Kopfhaar sind Gradmesser für den Vergiftungszustand des Körpers. Lästige Symptome können zwar mit Hilfe von künstlichen Pflegeprodukten unterdrückt werden, führen aber häufig zu einer Verschlechterung der allgemeinen Gesundheit. Eine natürliche Haut- und Haarpflege zusammen mit einer konsequenten instinktiven Rohkosternährung führt dagegen zu einer Verbesserung des Haut- und Haarbildes, das den wahren Zustand der Gesundheit anzeigt. Mit der Zeit verschwinden auf der Haut nicht nur Pickel und Mitesser, sondern auch sogenannte Leberflecken. Die Haut kann ihre Aufgabe als Ausscheidungsorgan ohne störende Symptome verrichten. Verbesserungen sind auch beim Zustand des Kopfhaars zu erwarten. Die Häufigkeit der Haarwäsche kann reduziert werden, das Grauwerden der Haare wird verzögert, verlorene Haare können wieder nachwachsen und das einzelne Haar wird kräftiger.

Referenzen

Artikel

Literatur

Peter Jentschura, Josef Lohkämper: Gesundheit durch Entschlackung.
Schlackenlösung, Neutralisierung von Giften und Säuren, Ausscheidung.
2009 Jentschura, 261 Seiten. ISBN 3-933874-33-5
Buch Peter Jentschura Gesundheit durch Entschlackung.JPG

Informationen im Internet