Tellerkraut, gewöhnliches

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Wissenschaftliche Namen: Claytonia perfoliata
Synonyme: Claytonie, Kuba-Spinat, Winterportulak, Winterpostelein.

Systematik

  • Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
  • Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
  • Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
  • Ordnung: Nelkenartige Caryophyllales
  • Familie: Montiaceae
  • Gattung: Tellerkräuter Claytonia
  • Art: Gewöhnliches Tellerkraut
Postelein, geschnitten

Beschreibung

Blütezeit: Mai bis Juni.

Vorkommen: Nordamerika; eingebürgert in Mitteleuropa; in kleineren, individuenreichen Beständen in Gärten, Gärtnereien und auf Friedhöfen; braucht sandigen, stickstoffsalzreichen Boden.

Kennzeichen: Fünf bis zwanzig Zentimeter hohe, einjährige Pflanze; Stängel sehr kurz oder gestaucht, rhizomähnlich, im oder kaum über dem Boden; Blätter in einer Rosette, sehr lang gestielt (bis über zehn Zentimeter), Blattspreite eiförmig bis rhombisch-eiförmig, ein bis drei Zentimeter lang und einen halben bis eineinhalb Zentimeter breit, vorne meist deutlich zugespitzt; fünfzehn bis dreißig Blüten in rispen- oder traubenähnlichen, sich leicht aufbiegenden Blütenständen, die aus den Achseln der Grundblätter entspringen, Blüten unscheinbar, weiß, fünf bis acht Millimeter im Durchmesser.

Rohkosttipps und Erfahrungen

Sammelgut und Sammelzeit: November bis April.

Gegessen werden beim Tellerkraut sowohl die Blätter als auch die dünnen Blattstiele. Das Kraut schmeckt angenehm mild, die Blätter sind im Gegensatz zu denen des Sommerportulaks nur leicht fleischig.

Saison: November bis April.

Lagerung und Haltbarkeit: Die geschnittenen Blätter können bei hoher Luftfeuchtigkeit einige Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Kultur im eigenen Garten: Das Tellerkraut ist winterhart, allerdings nur einjährig. Die Samen keimen erst bei einer Temperatur von unter 12°C und werden im Zeitraum September bis März ausgesät. Ernten kann man es, wenn es ca. fingerhoch gewachsen ist. Schneidet man das Kraut nicht zu dicht am Boden ab, kann es mehrmals geschnitten werden.

Wissenswertes

Namensgebung: Die Familie der Montiaceae wird u.a. mit der Familie der Portulacaceae in der Unterordnung der Portulacineae zusammengefasst. Daher werden die Namen "Postelein" und "Portulak" manchmal für zwei verschiedene Kräuter verwendet: für den Portulak (Sommerpostelein oder Sommerportulak) und für das Gewöhnliche Tellerkraut (Winterpostelein oder Winterportulak).
Unterhalb des Blütenstandes befindet sich ein Paar Hochblätter, die miteinander zu einem kreisförmig-tellerartigen "Gesamtblatt" verwachsen sind, daher der Name "Tellerkraut".

Heilkunde: Breiumschläge der Pflanze wurden bei den Indianern Nordamerikas gegen rheumatische Beschwerden verwendet.

Nutzpflanze: Die Indianer Nordamerikas nutzten diese Pflanze als Gemüse. Durch europäische Siedler verbreitete sich das Kraut von den Küstengebieten Nordamerikas über den ganzen Kontinent bis nach Kuba und von dort aus nach Australien und Westeuropa.