Schlehe

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Wissenschaftliche Namen: Prunus spinosa
Synonyme: Bockbeerli, Haferpflaume, Hagedorn, Heckendorn, Kietschkepflaume, Sauerpflaume, Schlehdorn, Schwarzdorn.

Systematik

  • Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
  • Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
  • Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
  • Unterklasse: Rosenähnliche Rosidae
  • Ordnung: Rosenartige Rosales
  • Familie: Rosengewächse Rosaceae
  • Gattung: Prunus
  • Art: Schlehdorn

Die Gattung Prunus mit etwa 430 Arten ist in mehrere Untergattungen gegliedert, zu denen zahlreiche Obstgehölzarten gehören:

  • Untergattung: Prunus
    • Aprikose Prunus armeniaca
    • Kirschpflaume Prunus cerasifera
    • Pflaume Prunus domestica
    • Ume (Japanische Aprikose, Japanische Pflaume) Prunus mume
    • Sandkirsche Prunus pumila
    • Chinesischer Pflaumenbaum Prunus salicina
    • Sibirische Aprikose Prunus sibirica
    • Schlehe Prunus spinosa
  • Untergattung: Cerasus
  • Untergattung: Amygdalus
  • Untergattung Emplectocladus
Schlehe
Schlehe, Blatt
Schlehe, Frucht

Beschreibung

Blütezeit: März bis April.

Vorkommen: Europa, Westasien, Nordafrika; bis 1600 Meter; Waldränder, Hecken und Gebüsche.

Kennzeichen: Ein bis drei Meter hoher, sparrig verzweigter Strauch; Zweige anfangs weichhaarig, später kahl und schwärzlich, dornig; Blätter zwei bis vier Zentimeter lang und kaum halb so breit, kurz gestielt, elliptisch, gesägt, behaart, später kahl; Blüten weiß, vor den Blättern erscheinend, zahlreich, fünf bis acht Millimeter lang, gestielt, je fünf Kron- und Kelchblätter; Steinfrucht kugelig, im Durchmesser zehn bis fünfzehn Millimeter, blauschwarz, dicht bläulich bereift, mit glattem Stein.

Rohkosttipps und Erfahrungen

Sammelgut und Sammelzeit: Blätter und Blüten im Frühjahr, Früchte von November bis März.

Die Blüten schmecken süßlich, junge Blätter sind mild im Geschmack, die Beeren säuerlich. Sie sind vor dem Frost aufgrund des Gehalts an Gerbstoffen meist nur in kleinen Mengen genießbar. Diese Stoffe werden nach Frosteinwirkung im Laufe des Winters enzymatisch abgebaut.

Kultur im eigenen Garten: Schlehen wachsen sehr langsam, breiten sich aber durch bis zu zehn Meter lange Wurzelsprosse aus und werden deshalb häufig zur Hangbefestigung eingesetzt. Sie brauchen einen nährstoffreichen, wasserdurchlässigen, kalkhaltigen, eher trockenen Boden. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Stecklinge oder Abtrennung der Ausläufer bzw. der Wurzelsprosse.

Nährstoffe

Nährstoff Gehalt in Gramm
pro 100g essbarem Anteil
Wasser 81,7
Kohlenhydrate 8,64
Eiweiße 0,75
Fette nicht bekannt
Rohfasern nicht bekannt
Mineralstoffe 1,05

Wissenswertes

Namensgebung: Der Name "Schlehe" ist auf die Farbe der Frucht zurückzuführen und leitet sich von dem indogermanischen Wort (S)li = bläulich ab. Schwarzdorn wird der Strauch wegen seiner dunklen Rinde und seiner kräftigen Dornen genannt. Der lateinische Gattungsname spinosa bedeutet ebenfalls "dornig".

Heilkunde: Den Blüten wird eine schwach abführende, harntreibende und auswurffördernde Wirkung zugeschrieben. Die Früchte wirken adstringierend, blutreinigend, fiebersenkend, harntreibend, abführend und entzündungshemmend. In der Volksmedizin werden Schlehen auch als Vorbeugung gegen Nieren- und Blasensteine verwendet.

Magie/Brauchtum: Geschlecht: maskulin; Planet: Mars; Element: Feuer; Magische Kräfte: Austreibung, Schutz.
Ein über der Tür aufgehängter Schlehdornzweig wehrt Unheil ab. Das Holz wird manchmal zur Herstellung von Ruten und Wünschelruten benutzt. Trägt der Schlehdorn viele Früchte, so wird es einen strengen Winter geben, heißt es im Volksglauben.