Weinrebe

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Wissenschaftliche Namen: Vitis vinifera
Synonyme: Echte Weinrebe, Edle Weinrebe, Wilde Weinrebe, Weinstock, Weintraube.

Systematik

  • Abteilung: Samenpflanzen Spermatophyta
  • Unterabteilung: Bedecktsamer Spermatophytina syn. Angiosperma
  • Klasse: Zweikeimblättrige Bedecktsamer Rosopsida syn. Dikotyledona
  • Unterklasse: Rosenähnliche Rosidae
  • Ordnung: Vitales
  • Familie: Weinrebengewächse Vitaceae
  • Gattung: Weinreben Vitis
  • Untergattung. Euvitis
  • Art: Weinrebe

Man unterscheidet zwei Unterarten, die Wilde Weinrebe Vitis vinifera ssp. sylvestris und die Edle Weinrebe Vitis vinifera ssp. vinifera.

Weinrebe, Blatt
Weintrauben, blau

Beschreibung

Blütezeit: Juni und Juli.

Vorkommen: Wilde Weinrebe: Südosteuropa, Westasien; Auenwälder oder Ränder von wärmeliebenden, nicht zu trocken stehenden Wäldern oder Gebüschen; braucht kalkhaltigen, basischen Lehm- oder Tonboden; vereinzelt.

Edle Weinrebe: Die Kulturform wird in vielen Sorten weltweit angebaut. Exemplare der Kultursorten verwildern ziemlich selten und meist nur unbeständig.

Kennzeichen: Wilde Weinrebe: Zehn bis zwanzig Meter lange, zweihäusige Liane (Kletterstrauch); Zweige rotbraun bis gelbbraun, kahl oder etwas flockig behaart, Rinde löst sich in langen Bändern ab; Blätter im Umriss rundlich, Spreite fünf bis zwölf Zentimeter im Durchmesser, selten auch größer, bei den männlichen Pflanzen sehr tief, aber nicht bis zum Grund, handförmig drei- bis fünfteilig, bei den weiblichen Pflanzen viel weniger tief und zuweilen nur undeutlich eingeschnitten bis gelappt; Blüten zahlreich in dichten und reich verzweigten Rispen, unscheinbar, gelbgrün, um acht Millimeter im Durchmesser, fünf Blütenblätter, fünf Kelchblätter; Früchte Beeren (Trauben).

Edle Weinrebe: Einhäusige Liane mit verholztem Stamm und je nach Sorte rundlich-herzförmigen, drei bis siebenlappigen bis unregelmäßig gezähnten Blättern; Blüten in dichten Rispen, Kronblätter an der Spitze verwachsen und gemeinsam abfallend; Blüten zwittrig; Samen birnenförmig.

Rohkosttipps und Erfahrungen

Sammelgut und Sammelzeit: Blätter die ganze Vegetationsperiode über, Trauben von September bis Oktober.

Die Trauben sind bei der Wildform nur etwa erbsengroß, schwarzblau und sehr sauer im Geschmack. Bei den Kultursorten variiert die Farbe der Trauben von gelbgrün über rotbraun bis zu blauviolett. Sie sind je nach Sorte unterschiedlich süß, blaue Trauben enthalten im Allgemeinen mehr Säure. Trauben reifen nicht nach, deshalb sollten man sie nur vollreif kaufen.

Vom Verzehr sogenannter kernloser Trauben ist abzuraten, denn diese wachsen nur unter speziellen Dünge-, Bewässerungs- und (Pflanzen-)Hormongaben heran.

Die Blätter der Weinrebe haben bei Bedarf einen milden, leicht säuerlichen Geschmack.

Saison: Trauben werden weltweit kultiviert, deshalb sind sie das ganze Jahr über erhältlich.

Lagerung/Haltbarkeit: Unbehandelte Trauben sollten möglichst rasch verzehrt werden, sie faulen bei Zimmertemperatur schnell. Bei einer Temperatur von 0°C und einer hohen Luftfeuchtigkeit kann man Trauben bis zu drei Wochen lang aufbewahren.

Kultur im eigenen Garten: Weinreben benötigen einen sonnigen Standort. Günstig ist ein windgeschützter Platz vor einer Mauer oder Wand. Die Bodenansprüche sind eher gering. Als Kletterpflanzen benötigen sie einen Stützpfahl, an dem die Triebe festgebunden werden. Aufwändig ist der Schnitt der Pflanzen: Trauben bilden sich nur an einjährigen Trieben, die zweijährigem Holz entspringen. Entwickelt eine Pflanze mehrere Triebe, lässt man die kräftigsten stehen und bindet sie am Stützpfahl fest. Alle anderen Triebe werden abgeschnitten, ebenso alle Geiztriebe, die sich nach und nach in den Blattachseln unterhalb der gewünschten Stammhöhe bilden. Was im Pflanzjahr oberhalb der angestrebten Stammhöhe wächst, nimmt man im September bis auf zwei bis drei Blätter zurück. Der verholzte Hauptrieb wird in Stammhöhe etwa drei Zentimeter oberhalb der letzten Knospe abgeschnitten. Von den Frühjahrstrieben sollten maximal fünf, besser nur drei, stehenbleiben. Diese werden vorsichtig waagerecht, senkrecht oder in Gabelform festgebunden. Ein regelmäßiger Frühjahrs- und Sommerschnitt ist notwendig.
Weinreben brauchen sehr viele Mineralstoffe, deshalb ist es sinnvoll, das Pflanzbeet im Herbst mit verrottetem Kompost anzureichern.

Nährstoffe

Weintraube, rot
Nährstoff Gehalt in Gramm
pro 100g essbarem Anteil
Wasser 80,3
Kohlenhydrate 17,0
Eiweiße 0,7
Fette 0,3
Rohfasern 1,6
Mineralstoffe 0,5
Weintraube, weiß
Nährstoff Gehalt in Gramm
pro 100g essbarem Anteil
Wasser 81,1
Kohlenhydrate 16,1
Eiweiße 0,7
Fette 0,3
Rohfasern 1,6
Mineralstoffe 0,5

Wissenswertes

Heilkunde: Die Wirkung wird als abführend, adstringierend, antianämisch, antiseptisch, blutreinigend, blutbildend, blutstillend, cholesterinsenkend, gefäßverengend, harntreibend, stimulierend und tonisch beschrieben.

Nutzpflanze: Kultiviert wird die Weinrebe wahrscheinlich seit rund 5000 Jahren. Man kennt heute über 3000 verschiedene Rebsorten, von denen aber nur 100 in größerem Umfang angebaut werden.

Mythos/Geschichte: Die Weinrebe galt als Kultsymbol des Weingottes Bacchus. Nach Europa kam sie durch die Phöniker, als sie im sechsten Jahrhundert vor Christus Marseille gründeten.

Magie/Brauchtum: Geschlecht: feminin; Planet: Mond; Element: Wasser; Gottheiten: Dionysos, Bacchus, Hathor; Magische Kräfte: Fruchtbarkeit, Gartenmagie, intellektuelle Fähigkeiten, Geldmittel.
Man kann Weinreben auf Gartenmauern aufmalen, um Fruchtbarkeit zu gewährleisten, wie es im alten Rom üblich war. Auch der Verzehr von Trauben und Rosinen steigert die Fruchtbarkeit und stärkt außerdem den Geist.