Das Hungergefühl

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Definition

Hunger ist ein physiologisches Gefühl, das einmal durch Energiemangel, aber auch durch einen Mangel an spezifischen Nährstoffen hervorgerufen wird. Ist letzteres der Fall, kann ein Bedürfnis nach bestimmten Lebensmitteln entstehen, die sich durch einen besonders angenehmen Geruch bzw. Geschmack auszeichnen. In diesem Fall kann man auch von "Appetit" sprechen.

Hungerformen

Echter Hunger

Echter Hunger ist bei regelmäßiger Nahrungszufuhr ein sanftes Gefühl, das in keiner Weise lästig oder unangenehm ist. Er meldet sich schwach als "Du könntest etwas essen". Kann man dem Signal nicht nachkommen, verschwindet es erst einmal wieder. Erst wenn sämtliche Glykogenreserven in Leber und Skelettmuskulatur aufgebraucht sind, macht es sich stärker bemerkbar. Das ist meist nach 24 Stunden der Fall.

Appetit

Benötigt der Organismus spezifische Nährstoffe, entsteht Appetit auf ganz bestimmte Lebensmittel bzw. Lebensmittelgruppen, die diese Nährstoffe enthalten. In diesem Fall ist es sinnlos, seinen Hunger mit einem anderen Lebensmittel oder Lebensmitteln aus einer anderen Gruppe stillen zu wollen. Der Appetit wird durch die Zufuhr eines ungeeigneten Lebensmittels nicht verschwinden, im Gegenteil. Er wird immer wieder auftauchen und stärker werden, so lange, bis der spezifische Nährstoff zugeführt wird.

Im Kontext der instinktiven Rohkost werden Lebensmittel, auf die man Appetit hat, auch als Schlüsselprodukte bezeichnet. Hält der Appetit über einen längeren Zeitraum an, ohne dass er befriedigt wird, kann es zum Auftreten eines Heißhungers kommen.

Heißhunger

Dieses Gefühl, dessen Name aus der kochenden Welt stammt, ist ein unwiderstehlich starkes Signal, etwas zu essen. Manchmal wird es von Symptomen wie Zittern oder Schweißausbrüchen begleitet. Es besteht meist ein Verlangen nach ganz bestimmten Lebensmitteln.

Es ist ein körperliches Signal, das so stark ist, dass der Geist die Kontrolle verliert. Der Grund dafür ist ein Nährstoffmangel, der so groß ist, dass er das Leben bedroht. Daher kann Heißhunger bei jeder Ernährungsform auftreten.

Dementsprechend selten tritt es bei Rohköstlern auf, die sich von einer vollen, natürlichen Lebensmittelpalette ernähren. Bei Rohköstlern, die ihre Lebensmittelpalette einschränken, ist es jedoch wahrscheinlich noch häufiger zu finden, als bei sich gekocht ernährenden Menschen.

Konditionierte Nahrungsaufnahme

Soziale Reize, feste Essenszeiten, Geschmack und Aussehen von Lebensmitteln, können den Zeitpunkt und die Menge aufgenommener Lebensmittel stärker beeinflussen, als physiologische Faktoren. Dieses Phänomen kann man sowohl auf Rohkost-Treffen, wenn Lebensmittel in großer Auswahl vorliegen, wie auch im privaten Bereich beobachten. So entspricht der "Appetit auf Süßes" nach einer Mahlzeit mit tierischen Produkten, wenn der Hunger längst gestillt ist, keinem körperlichen Bedürfnis, sondern einer widernatürlichen Konditionierung.

Hunger als Entgiftungssymptom

Ein bohrendes, hohles Gefühl im Magen, das zudem von anderen Symptomen wie Reizbarkeit, Kreislaufschwäche, Kopfschmerzen, Frieren oder Übelkeit begleitet wird, hat nichts mit einem echten Hungergefühl zu tun. Hierbei handelt es sich um ein Entgiftungs- bzw. Rückvergiftungssymptom, das man mit etwas Wasser, einem Aufenthalt an der frischen Luft und Bewegung zum Abklingen bringen kann. Bei roher Ernährung tritt der falsche Hunger nur in den ersten Monaten nach der Umstellung der Ernährung auf und verschwindet dann.

Magenknurren

Ein knurrender Magen wird häufig zum Anlass genommen, Nahrung zu sich zu nehmen. Allerdings kommt dieses "Knurren" meist nicht aus dem Magen, sondern aus dem Dünndarm. In der Phase zwischen zwei Mahlzeiten setzen nach längerer Ruhephase motorische Aktivitäten im Verdauungstrakt ein, die der Reinigung dienen. Sie beginnen im Magen bzw. im Anfang des Dünndarms und sind oftmals mit dem verstärkten Auftreten von Geräuschen durch den Transport des aus Gasen und Flüssigkeiten bestehenden Inhalts des Verdauungssystems gekennzeichnet. Dieser "wandernde motorische Komplex" wird auch als "Haushälter" bezeichnet. Wer dieses Symptom als Hunger deutet und etwas ißt, unterbricht den Reinigungsprozess des Darmes.

Unterdrückung des Hungergefühls

Der Mensch ist in der Lage, sein Hungergefühl zu unterdrücken und anderen psychischen Zielen unterzuordnen, so zum Beispiel beim Fasten. Angeblich verschwindet das Hungergefühl bei einigen Menschen nach wenigen Tagen der freiwilligen Nahrungsabstinenz. Ob dies als positiv anzusehen ist, bleibt dahin gestellt.

Referenzen

Artikel